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MegaMan Battle Network 5 Double Team DS

Nintendo DS | USK: ohne Altersbeschränkung | Capcom



Neues aus der Zukunft
Auf dem GBA ging Capcom damals mit MegaMan neue Wege. Mit MegaMan Battle Network schafften es die Meister der ewigen Fortsetzungen, ein recht flottes Rollenspiel auf die Beine zu stellen. Mittlerweile ist Nintendos neuer Handheld erschienen und auch hier kommt Capcom mit MegaMan. Genauer gesagt mit dem Remake des für den GBA schon längst erhältlichen MegaMan Battle Network 5: Team Protoman und Team Colonel.

Die Story von MegaMan Battle Network 5 ist an sich relativ simpel: In einer imaginären Zukunftswelt ist alles über das Internet miteinander vernetzt. Viele sind im Besitz eines sogenannten PETs, was für PErsonal Terminal steht. In diesen PETs lebt eine KI, Net Navi gennant, die man ins Internet schicken kann, um sich dort mit anderen Net Navis zu treffen, einzukaufen oder etliche Viren zu vernichten. Lan Hikari, der von euch gesteuert wird, hat MegaMan als Net Navi. Eines schönen Tages wird er von seinem Vater, einem angesehenen Wissenschaftler, ins Labor gerufen, um ihm und seinen Freunden Mayl, Yai und Dex etwas zu zeigen. Dort angekommen werden sie jedoch von Dr. Regal, dem Feind auch dem vierten Battle Network Teil, überrascht. Bis auf Lan werden allen ihre PETs abgenommen. Nun ist es an Lan, die PETs wieder zurückzuholen und nicht zuletzt Dr. Regal aufzuhalten.

Und dafür schließt sich Lan eines von zweien Teams an: Team Colonel bzw. Team Protoman. Welchem Team er beitritt entscheidet ihr gleich am Anfang: Anstatt die beiden GBA-Spiele handlichstechnisch miteinander zu verküpfen, hat man einfach beide Module auf eine DS-Karte gepresst und euch am Anfang des Spiels die Wahl zwischen den beiden Versionen. Wer im Besitz eines der beiden GBA-Spiele ist, kann jedoch in den Befreiungsmissionen auf sogenannte Transfer-Chips zurückgreifen, um mit den Navis aus der anderen Version spielen zu können.

Das Spiel ist im Prinzip in zwei Ebenen aufgeteilt: Die reale Welt und die Cyberwelt. In der realen Welt seid ihr mit Lan unterwegs, sprecht mit diversen Personen und löst einfache "bringe Gegenstand A nach Ort B bzw. zu Person C"-Aufgaben. An bestimmten Stellen, wie etwas Lans Computer oder einem Informationsterminal, könnt ihr euch in die Cyberwelt einloggen, wo ihr die Kontrolle von MegaMan übernehmt. Dieser erledigt zwar auch die selben Aufgaben wie Lan, darf aber darüber hinaus auch kämpfen.

Bei Battle Network 5 herrscht das Zufallskampf-Prinzip: Gegner sind nicht vor dem Kampf sichtbar, kommt es dann allerdings zu Kampf, schaltet das Spiel in einen Kampfbildschirm um. Hier seht ihr MegaMan und die Feinde von der Seite. Jedem sind 3x3 Felder zugeteilt, auf denen sich die zwei Parteien bewegen können. Zu Anfang wählt ihr bis zu fünf Chips aus, sofern sie entweder den selben Namen oder den selben Chip-Code haben. Ansonsten zieht ihr halt mit weniger in die Schlacht. Sobald sich aber die Leiste am oberen bildschirmrand im Kampf gefüllt hat, dürft ihr neue Chips auswählen. Die Kampfsteuerung ist relativ simpel: Mit dem Steuerkreuz bewegt ihr euch auf euren Feldern, mit A benutzt ihr vorher ausgewählte Chips, mit B benutzt ihr MegaMans Armkanone und mit L bzw. R öffnet ihr das Chip-Menü, sofern die Anpassungsleiste gefüllt ist.

Neu an der DS-Version ist, dass ihr bis zu zwei Navis aus eurem Team mitnehmen dürft. Zwischen diesen dürft ihr dann per Druck auf den Touchscreen wecheln. Allerdings geht das nur in den Kämpfen. Ansonsten seit ihr weiterhin generell mit MegaMan unterwegs. Ebenfalls neu ist das oben schon erwähnte Transfer-Chip-Prinzip: Habt ihr ein Modul der Version, die ihr gerade nicht spielt, im GBA-Schacht oder die andere Version auf dem DS bereits durchgespielt, könnt ihr die Navis aus der anderen Version während der Befreiungsmissionen einwechseln.

Überhaupt ist das DS-Spiel mit allen vorangegangenen MegaMan Battle Network Modulen kompatibel. Je nach eingelegtem Modul erfreut ihr euch spezieller Boni für die Befreiungsmissionen. Seid ihr im Besitz von Konamis Boktai-Spielen, habt ihr ebenfalls Zugriff auf neue Inhalte: So könnt ihr mit Boktai 1 ein neues Minispiel freischalten, mit Boktai 2 könnt ihr MegaMan sogar eine neue Rüstung verpassen.

Die Grafik wurde im Vergleich zur GBA-Verolage überhaupt nicht ausgebessert. Sie wirkt für den DS eigentlich sogar lächerlich. Einziges 3D-Modell im ganzen Spiel: Der Net Navi auf dem Touchscreen. Der Sound dagegen wurde zwar verbessert, ist aber immer noch nicht ganz das Wahre. Neu für die Reihe ist eine deutsche Übersetzung, die von "ganz sauber" bis "verdammt mies" reicht. Chip-Funktionen sind schwer entzifferbar und Fehler wie "Null SpeiDat" für "No Savegame" hätten wirklich nicht sein müssen. Die zwei Bildschirme werden ganz nett verwendet. Auf dem oberen Screen ist stets die Action, auf dem unteren habt ihr das PET-Menü. Der Touchscreen findet, bis auf in Menüs, relativ wenig Verwendung. Das Mikrofon könnt ihr nur dazu benutzen, MegaMan anzufeuern, wenn er mental am Boden ist.

Fazit: MegaMan Battle Network 5 Double Team DS hat nicht nur einen verdammt langen Titel, sondern auch ein recht spaßiges Spiel dahinter. Die technische Seite ist zwar nicht so sauber und auch handelt es sich hierbei nur um ein leicht verbessertes Remake der GBA-Versionen, aber dennoch ist und bleibt es ein schön flottes und schönes Rollenspiel. Lediglich die Qualität der deutschen Texte schwankt sehr stark. Wer sich hierauf aber einlässt, ist gute 25 Stunden bestens beschäftigt.



Cooking Mama

Nintendo DS | USK: noch nicht geprüft | Taito



Kochen, wann immer man will
Dass Nintendos DS ein paar neue Spielkonzepte ermöglicht, ist bei weitem nichts neues. Mit Cooking Mama hat Taito aber etwas gebracht, was man wohl kaum auf einer Konsole suchen würde: Eine Koch-Simulation. Wobei das "Simulation" eher in Anführungszeichen stehen müsste, denn auf einen wirklich realistischen Ablauf der Kochvorgänge wird hierbei eher weniger geachtet.

Das Spiel ist in drei große Modi unterteilt: "Kochen", "kombinieren" und "Fertigkeiten-Tests". Im Modus "Kochen" sucht ihr euch eines der anfangs 15, später über 70 Rezepte aus. Alle Gerichte lassen sich auch in echt nachkochen, da es aber keine Mengen-Angaben im Spiel gibt, sollte man doch zu einem Kochbuch greifen. Jedes Rezept ist in mehrere Schritte unterteilt. Diese könnt ihr anfangs erst mal üben. Das kann zum Beispiel bei einem Schritt wichtig sein, in dem ihr bestimmte Teile eines Gerichts in der Pfanne brutzeln lassen müsst, ohne das eines davon zu lange in der Pfanne verbringt. Das erfordert eine ungefähre Kenntnis darüber, wie viel Zeit die Zutaten in der Pfanne benötigen. Habt ihr genug geübt, könnt ihr das ausgewählte Rezept "richtig" kochen.

Die einzelnen Schritte sind im Prinzip nur kleine Minispiele, die selten länger als zwei Minuten dauern. Mal muss man, wie oben schon erwähnt, Zutaten in einer Pfanne anbrutzeln lassen, dann gilt es, Pilze, Zwiebeln und anderes zu zerkleinern oder in Reis bzw. Wasser in der richtigen Menge in einen Topf zu geben. Ein anderes mal müsst ihr im richtigen Moment auf dem Topscreen angezeigte Aktionen durchführen. Das klingt etwas unspektakulär, macht aber durchaus Spaß. Viele der Schritte kommen in mehreren Rezepten mit Detailveränderungen vor. Wiederholungen gehören also zum Alltag. Je nachdem, wie ihr dann den Arbeitsvorgang abgeschlossen habt, werdet ihr mit Gold, Silber oder Bronze bewertet. Diese Bewertungen werden am Ende des Rezepts zusammengefasst und ergeben eine Gesamtwertung.

Im Verlauf eines Rezeptes kann es passieren, dass ihr gefragt werdet, ob ihr das alte Rezept ab hier verwerfen und ein anderes kochen wollt. Das ist eine Möglichkeit, neue Rezepte freizuschalten. Nachteil ist hierbei leider, dass man euch keine Gelegenheit zum Üben der folgenden Schritte gibt. Die andere Möglichkeit, neue Rezepte zu erhalten, ist das Abschließen bereits verfügbarer. Egal, wie ihr es anstellt: Um an alle Rezepte zu kommen, müsst ihr beide Methoden verwenden.

Der Modus "Kombinieren" unterscheidet sich im Prinzip nicht sonderlich von "Kochen". Ihr wählt hier allerdings zwei Rezepte aus und müsst dann in einem Rutsch beide kochen und (wie der Name des Modus andeutet) manchmal selber zusammenpacken. Da man hier deutlich mehr Möglichkeiten hat, ein Rezept zu versemmeln, ist es hier etwas schwerer, die Goldmedallien abzugreifen.

Der "Fertigkeiten-Test" ist eigentlich nichts anderes, als eine direkte Auswahl der einzelnen Kochschritte. Diese müsst ihr fehlerfrei und in bestimmter Anzahl erledigen. Je weiter ihr kommt, umso schwerer wird das ganze natürlich. Auch hier steht euch erst eine Hand voll Prüfungen zu verfügung, mit fortschreitenden Spiel schaltet ihr immer mehr frei.

Die Grafik gibt sich äußerst bunt und nett gezeichnet. Eine Grafik-Bombe darf man natürlich nicht erwarten, sonst wäre es kein Koch-Spiel. Die Musik ist ganz nett, mehr aber auch nicht, orientiert sich aber so ein wenig an das Hintergrundgedudel von Kochshows. Die Soundeffekte dagegen sind größtenteils recht realistisch. Die zwei Bildschirme werden ganz nett verwendet: Auf dem oberen Bildschirm gibt es Anweisungen, die tickende Uhr oder Tipps, auf dem unteren Screen kocht ihr. Das Spiel wird komplett über den Touchscreen gesteuert, und das ist vorbildlich gelungen. Das Mirkofon findet nur in bestimmten Rezepten Verwendung und dann auch nur, um mal kurz hineinzupusten.

Störfaktor Sprache: Die komplett in Japanisch gehaltenen Menüs sind übersichtlich aufgebaut und auch recht leicht verständlich. Durch das Üben der einzelnen Kochschritte kann man vorher ein wenig ausprobieren und so auch herausfinden, was zum Beispiel mit bestimmten Kommandos auf dem Topscreen gemeint ist. Folglich kann man auch ohne Japanisch-Kenntnisse durchaus seinen Spaß haben.

Fazit: Cooking Mama hat mit überrascht. Anfangs fragte ich mich, wie so etwas eigentlich Spaß machen kann. Nachdem ich allerdings erst einmal angefangen habe, konnte ich mich nur noch schwer vom DS losreißen. Höchstens mal, um meinen im Spiel aufgebauten Hunger zu stillen. Wer mal Lust auf ein neues Spielkonzept hat, darf bedenkenlos zugreifen. Allen anderen rate ich zumindest mal zu einer Proberunde.