Killer7

GameCube (auch für PS2 erhältlich) | USK: keine Jugendfreigabe | Capcom


"Die Bastarde vermehren sich."
Einer der innovativsten, wenn nicht sogar DER innovativste, Titel dieses Jahr ist eindeutig Killer7. Das Spiel klingt ganz simpel, macht aber eine menge Spaß. Ein paar Worte zur Story: Ihr steuert den Auftragskiller Harman Smith, der noch sieben weitere Persönlichkeiten beherbergt, die Killer7. Diese erfüllen Aufträge, die sie von einem gewissen Christopher Mills erhalten. Und gleich beim ersten Auftrag trifft Harman jemanden, den er eigentlich vor 30 Jahren bereits beseitigt hatte: Kun Lan. Dieser hetzt seine Heaven Smiles gegen Menschen auf aller Welt. Die Heaven Smiles sind menschenähnliche Mutanten, die bei Kontakt mit einem Menschen sich sofort in die Luft jagen, um den Gegenüber mitzureißen. Weiteres zur Story möchte ich nicht verraten, da sie ein Hauptreiz des Spiels darstellt. Die Spielmechanik klingt relativ simpel: Die Wege sind allesamt vorgegeben. Mit dem A-Knopf lauft ihr los, mit B wechset ihr die Laufrichting (vorwärts, rückwärts). Mit Y altiviert ihr die Spezialfähigkeiten der Persönlichkeiten. Dan zum Beispiel kann im Kampf einen Coleteral Shot auslösen (ein starker Schuss), Kaede zerstört mit ihrem Blut Barrieren und Coyote kann auf Dächer oder erhöhte Positionen springen. Die Spezialfähigkeiten werden teils in den Kämpfen, teils bei den Rätseln benötigt. Mit X könnt ihr soziemlich jederzeit eine Karte aufrufen. Die R-Taste ust zum Zielen da. Haltet ihr sie gedrückt, schaltet das Spiel in die Ego-Perspektive. Da die Heaven Smiles aber nahezu unsichtbar sind, müsst ihr erst in der Egoperspektive mit L die Umgebung scannen. Dann werden nicht nur die Feinde an sich, sondern auch deren Schwachpunkt sichtbar in for eines gelben Flecks. Wenn ihr dass diesen Fleck trefft, zerspringt euer gegner sofort in seine Pixel. Der Vorteil dabei: Ihr sammelt dabei das Blut eurer Feinde ein. Dieses ist noch mal in zwei kategorien aufgeteilt: Dünnes und dickes Blut. Dickes Blut könnt ihr in Harmans Zimmer, das in jedem Level häufiger vertreten ist, am Fernseher in Serum umwandeln, das ihr wiederum zum Aufleveln der Smiths benötigt. Dünnes Blut ist für die Spezialfähigkeiten der Persönlichkeiten oder zum Heilen notwendig. Der Schwierigkeitsgrad der Kämpfe hält sich in Grenzen. Wirklich herausfordernd sind die Kämpfe gegen die Heaven Smiles nicht. Dadurch, dass sie sofort sterben, wenn man den gelben Schwachpunkt trifft, werden die Kämpfe spätestens dann sher einfach, wenn man die Steuerung raus hat. Nur wenige Gegner stellen eine Herausforderung dar. Da wären Gegner, die eine einzige große Trefferfläche habe und deswegen mehr Schüsse oder einen gezielten Colleteral Shot benötigen und die mit Abstand schwersten Vetreter der Heaven Smiles kommen a) erst gegen Ende vor und b) auch nur ein mal. Die Rätsel sind leider auch nicht mehr als Durchschnitt. Wer zum Beispiel leidenschaftlich gerne Adventures spielt, wird keine Probleme bei den Rätseln haben. Aber Anfänger müssen auch keine Panik kriegen: Auf der Schwierigkeitsstufe "Normal" sind die Lösungen für fast alle Rätsel auf der Karte verzeichnet, was wiederum ein kleiner Kritikpunkt ist. Um bestimmte Abschnitte beenden zu können, muss man in den Levels eine bestimmte Anzahl der sogenannten Seelenhülsen einsammeln. Wieviele das in einem Level sind, wird euch nicht gesagt. Deswegen solltet ihr häufiger die Karte überprüfen, da dort die Fundorte der Seelenhülsen eingezeichnet sind. Wer das volle Programm an Rätseln haben will, der muss das Spiel einmal durchspielen. Im neuen Schwierigkeitsgrad ist dann nichts mehr auf der Karte eingezeichnet und, für diejenigen, die richtige Herausforderung suchen, die Gegner pusten einem nach nur einen Treffer das Lebenslicht aus. Noch was zur Karte: Nicht nur, dass sie auf leichter Stufe die Rätsellösungen verrät, nein. Wenn man sich mithilfe der Karte orientieren möchte, braucht man ert mal ein bisschen, um seinen Standort festzustellen. Gut, das macht es realistischer. Es nervt aber ein bisschen, wenn man irgendwo hin möchte und nur eingezeichnet ist, in welchem Raum man sich befindet. Ein weiterer Kritikpunkt ist das Sterben und Wiederbeleben. Seid ihr tot, bleibt an der Stelle eine Papiertüte liegen. Dann könnt ihr mit Garcian Smith losziehen und die Tüte einsammeln. Habt ihr das geschafft, könnt ihr die gefallene Persönlichkeit wiederbeleben, indem ihr wie ein Irrer auf A drechst. Und genau da ist der Punkt. Warum muss ich die Charaltere auf so eine bescheuerte Art und Weise wiederbeleben? Je länger der eigentlich Energierbalken der Persönlichkeit, dasto länger dauert die Wiederbelebungsprozedur. Und wenn Mask De Smith stirbt, darf man sich quasi schon mal von seinen Fingern verabschieden. Stirbt übrigens Garcian, ist das Spiel vorbei. Highlights des Spiels sind aber wie schon oben erwähnt, die Story, dann noch die Zwischensequenzen, die die Story weitererzählen (vor allem die Animesequenzen, die es im Spiel gibt, sehen klasse aus) und die Bosskämpfe. Auf "Normal" sind diese noch leicht, auf "Tödlich" (=Schwer) sind die Bosse etwas schwerer. Mir geht es bei den Bossen aber auch nicht um den Schwierigkeitsgrad, sondern um die Ideen. Was man aus der simplen Steuerung für einfallsreiche Bosskämpfe rausholen kann, ist beachtlich. Um euch ein einfaches Beispiel vom Beginn des Spiels zu geben: Um einen Engel zu besiegen, müsst ihr ihm zuerst als Harman die Flügel stutzen. Danach nehmt ihr euch eienen der Killer7, wartet, bis der Engel einen Feuerball in eure Richtung schleudert, rennt hinter den Engel und schießt auf die Gesichter auf dem Rücken. Das ist aber eines der simpleren Beispiele. Die Bosskämpfe sind teilweise sehr einfallsreich und schick präsentiert. Womit wir zur Grafik kommen: Klar, der Cel Shading Stil ist geschmackssache, strahlt aber einen gewissen Charme aus und macht das Spiel zu einer atmosphärischen Meisterleistung. Der Sound ist auch einmalig geworden. es gibt sowohl ruhige, als auch harte Melodien. Den USK 18 Stempel trägt das SPiel allerdings zurecht: Killer7 ist nichts für Weicheier! Trotz der Comicgrafik gibt es eine menge Blut, obwohl die Blutmange für Capcomverhältnisse eigentlich schon wieder gering ist. Vor allem die Texte sind aber hart. Da erzählt euch Susie beispielsweise, wie sie und ihre Mutter reagiert haben, als Susie bei einem Regentag nicht zur Schule wollte.
Fazit: Killer7 ist für mich eigentlich eine Überraschungsgranate. So gut hatte ich das Spiel nicht erwartet. Es hat Atmosphäre, es hat Sil und es macht Spaß. Nur leider lässt bei jedem Durchgang die Motivation etwas nach und da merkt man auch, dass die Story ein wichtiger Bestandteil des Spiels ist. Für den ersten Durchgang benötigt man so ca. 15 Stunden. Ein freispielbarer Härtegrad, der einem, wie gesagt, nichts auf der Karte verrät kann Hardcore-Zocker noch zu einer weiteren Runde animieren. Aber auch ansonsten muss ich sagen: Wer sich dieses Spiel nicht kauft, verpasst einen der innovativsten Titel dieses Jahres. Killer7 sollte man erlebt haben. Noch eine kleine Warnung: Laut meinen Informationen soll die PS2-Version unter deutlich längeren Ladezeiten und nicht so kräftigen Farben leiden. Bestätigen kann ich es aber mangels PS2-Version nicht.
Meine Wertung: 88% (bezogen auf die GameCube-Version)

19.3.06 13:01

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