Another Code: Doppelte Erinnerung

Nintendo DS | USK: ab 6 Jahren | Nintendo


Was ist das "Another"?
Mit Another Code scheint Nintendo endeckt zu haben, dass PC-nahe Genres wie etwa (Point and Click-)Adventures wunderbar auf den DS umsetzbar sind. Das Spiel ist nämlich ein solches.Ihr spielt die 13-jährige Ashley Robins, die kurz vor ihrem 14. Geburtstag einen Brief von ihrem Vater erhält. Dem Brief liegt ein kleines Gerät bei, das einem DS nicht unähnlich sieht. Mit diesem sogenannten DAS (Duales Another System) kann man im Spiel Fotos schießen, Speicherkarten lesen und speichern. Ashleys Vater lädt sie in seinem Brief auf die Blood Edward Insel ein, wo er ihren Geburtstag feiern möchte. Klingt jetzt nicht so spannend. Allerdings wuchs Ashley bei ihrer Tante Jessica auf und glaubte, ihre Eltern seinen schon vor langer Zeit gestorben. Deswegen macht sich Ashley auch zu besagter Insel auf. Zusammen mit Jessica kommt sie auf der Insel an. Und da Ashleys Vater sich nicht blicken lässt, macht sich erst Jessica und dann auch Ashley auf die Suche. Soviel zur Story. Ihr durchstreift im ersten Kapitel die Ländereien der Insel und in den letzten fünf das Blood Edward-Anwesen auf der Insel. Aber seid ihr dabei nicht auf euch allein gestellt: Schon sehr früh trefft ihr den Geist D. Dieser wiederum ist auf der Suche nach seinen Erinnerungen. In den eher seltenen Gesprächen des Spiels habt ihr jeweils maximal vier Themen zur Auswahl, auf die ihr euer Gegenüber ansprechen könnt. Viel mehr Wert wurde auf die Rätsel gelegt, die größtenteils wie Minispiele aufgebaut sind und die Features des DS wunderbar ausnutzen. An einer Stelle müsst ihr einen Zettel zusammensetzen, Anderorts gilt es, eine Eisenkugel auf einen Hebel zu werfen. Durch diese Art der Ineraktion werdet ihr förmlich ins Abenteuer hineingezogen. Leider sind alle Rätsel relativ simpel gestaltet und laufen über die Logikschiene. Endloses Kombinieren von Gegenständen im Inventar entfällt. Überhaupt müsst ihr im Inventar gar nichts Kombinieren. Bis auf zwei Ausnahmen sind auch alle Gegenstände in den Räumen der Kapitel zu finden, folglich nicht weit weg. Die Steuerung ist tadellos: Das Spiel lässt sich komplett über den Touchscreen spielen. Die zwei Screens werden auch gut genutzt. Auf dem unteren seht ihr 3-D-Grafiken aus der Vogelperspektive, auf dem oberen Bildschirm könnt ihr Standbildern Details entnehmen. Das Mikrofon wird zwar benutz, aber leider nur drei mal im Spiel. Und überall muss man nur in Mikro pusten. Der Sound ist ordentlich: Die Musikstücke gehen ins Ohr und die Geräuschkulisse ist realistisch. Leider weist das Spiel einige Kritikpunkte auf, allen voran der Umfang: Geübte Abenteurer sind nach rund 5 Stunden fertig. Bestenfalls reizt das Spiel noch zu einer zweiten Runde oder man versucht, wirklich alle Rätsel zu lösen und geheime Karten zu finden. Dann ist aber auch Schluss. Kritikpunkt Nr. 2: Die Rätsel. Innovation hin oder her, die Rätsel sind allesamt zu leicht. Trotzdem ist Another Code ein schönes Spiel.
Fazit: Another Code hat alles Wichtige: Atmosphäre, spannende Story, viele Rätsel. Leider trüben Schwierigkeitsgrad und Umfang den Gesamteindruck. Wenn Leute, die Monkey Island, Black Mirror oder Runaway zum Frühstück verspeisen, nach knapp fünf Stunden und Anfänger vielleicht nach 10 Stunden fertig sind, ist das irgendwie blöd. Dafür gefallen aber Steuerung, Story und Nutzung der DS-Features. Also, Nintendo: Ich will einen Nachfolger mit mehr Umfang sehen!
Meine Wertung: 84%

19.3.06 13:03

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