GoldenEye: Rouge Agent

Nintendo DS | USK: ab 16 Jahren | EA


Oh no, Dr. No!
Wie auch in den Heimkonsolen-Varianten von Rouge Agent übernehmt ihr in der DS-Version den Ex-MI6-Agenten GoldenEye, der an der Seite von Goldfinger gegen Dr. No kämpft. Eigentlich ist die Story ja schonmal insofoern verschenkt, dass man als Böser gegen die Bösen kämpft. Aber dank recht mittelmäßiger Zwischensequenzen samt lieblos auf den unteren Screen geklatschten Text fällt die recht uninspirierte Story kaum auf. Rouge Agent setzt sowieso voll auf Action. Die sechs Level sind geradezu vollgestopft mit genauso aggressiven wie unglaublich dummen Gegnern. Eigentlich sind sie nur mittelmäßiges Kanonenfutter. Auf der Heimkonsole konnten sie wenigstens einen noch "überrennen", sprich, es gab so viele, dass man nur mit halbwegs taktischen Vorgehen gegen die Horden ankam. Das fällt in der DS-Version weg, fast alle Gegner lassen sich relativ problemlos beseitigen. Lediglich im sechsten Level wird es fast schon unfair schwer, denn einige Gegner tragen Waffen, die einen mit nur einem einzigen Schuss ins Jenseits befördern können. Auf grund spärlich verteilter Checkpoints sorgt der letzte Level fast schon für mehr Frust als Lust, zeigt allerdings, dass das Spiel auch taktisch könnte, wenn es wollte. Das Geiseln nehmen aus den "großen" Varianten ist auch noch mit drin, allerdings ist die Ausführung nicht problemlos. Um zuzuschlagen müsst ihr ganz nah an den Gegner ran und die eigentliche Schuss-Taste drücken. In 80% der Fälle hat GoldenEye dann aber lieber geschossen anstatt zuzuschlagen. Nicht schade drum, denn die "Haltbarkeitsanzeige" der Geisel fehlt auch und sie vertragen recht wenig. Das GoldenEye-System ist vollkommen unter den Tisch gefallen, nur den leichten Röntgenblick bekommt ihr automatisch zugesteckt. Aufgrund recht kleiner Tastfelder sind die GoldenEye-Fähigkeiten darüber hinaus mit dem Daumenaufsatz des DS nur schwer aktivierbar. Sowieso: Die Steuerung wirkt recht überladen. Obwohl man den Touchscreen zum Umsehen braucht, werden noch Waffenwechsel, Granateneinsatz, Spezialfähikeiten und dämliche Türschlossminispiele auf dem unteren Screen aktiviert. Gerade letztere nerven mehr, als sie Spaß machen. Einfaches Schalter drücken und gut ist war wohl nicht drin. Stattdessen dürft ihr euch in einem Senso-artigem Minispiel beweisen. Welche der drei, vier Steuerungsvarianten ihr bevorzugt (Daumenaufsatz Linkshänder/Rechtshänder, Stylus, Umsehen mit A/B/X/Y), sei euch überlassen. Abseits des seichten Einzelspielermodus erwartet euch noch ein recht schöner Multiplayer-Part, der allerdings mit nur zwei Spielern kaum Spaß macht. Seid ihr zu viert, geht erst so richtig die Post ab. Da ist es auch recht verzeihlich, dass man bei einer DS-Karte nur einen Charakter und eine Map zur Verfügung hat. Zeit- oder Fraglimit-Einstellungen hätten aber dann doch schon sein können. Die recht fetzigen Multiplayergefechte entschuldigen ein wenig den mauen Einzelspieler-Part. Die Grafik ist recht schön geworden, auch wenn das Spiel recht häufig mit Framerate-Einbrüchen zu kämpfen hat. Der Sound dagegen ist absolut unter aller Kanone: Wo in der Heimkonsolenvariante noch einige schöne Musikstücke warten, die das Geschehen auf dem Bildschirm wunderbar untermalen, gibt es in der DS-Version nur langweiliges Hintergrundgedudel, das sehr schnell nervt. Die beiden Bildschirme werden recht gut ausgenutzt, der Touchscreen ebenfalls. Nur das Mirkofon findetkeine Verwendung.
Fazit: Ego-Shooter gehören an den PC. Und daran wird GoldenEye DS nix ändern. In meinen Augen funktioniert keine Steuerungsvariante wirklich gut, am Besten fand ich die Stylus-Variante. Leider machen mir dann noch der Umfang sowie der teilweise unausgegorene Schwierigkeitsgrad (sechster Level) zu schaffen. Lediglich der Multiplayermodus kitzelt noch etwas Spielspaß raus.
Meine Wertung: 68%

19.3.06 13:31

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