ST

Sonic und die Geheimen Ringe

Nintendo Wii | USK: ab 6 Jahren | Sega


Der Igel: Ein Bücherwurm
Es war einmal eine Zeit, in der "Sonic"-Spiele noch gut waren. Da gab es "Sonic The Hedgehog 3", "Sonic Adventure" und "Sonic Advance". Diese Zeiten schienen vorbei zu sein. "Sonic Heroes" ließ schon zu wünschen übrig und "Shadow The Hedgehog" fand auch nicht viele Fans. Die NextGen-Versionen für die PlayStation 3 und die Xbox 360 waren ebenfalls enorme Enttäuschungen. Nun versucht der Igel sein Glück auf Nintendos Wii-Konsole. Und er zeigt, dass sein Feuer noch längst nicht erloschen ist.

In seinem neuen Abenteuer "Sonic und die Geheimen Ringe" verschlägt es den Igel in ein Buch, dass die Geschichten aus 1001 Nacht enthält. Erazor Djinn hat nämlich beschlossen, den Inhalt des Buches komplett auszulöschen. Shahra, ein weiblicher Djinn, ruft deswegen Sonic um Hilfe. Nur der "legendäre Igel" sei nämlich dazu in der Lage, die sieben Weltenringe zu sammeln und Erazor das Handwerk zu legen. Die erste Begegnung verläuft aber alles andere als glimpflich, Sonic fängt sich einen magischen Pfeil ein. Wenn die Flamme an seiner Brust erlischt, stirbt er. Der blaue Igel hat also mächtig in die Pedale zu treten...

Im Grunde genommen ist die Story des Spiels nichts allzu besonderes. Teilweise ist sie auch recht vorhersehbar, dennoch ist es zumindest für ein "Sonic"-Spiel mal was anderes. So nett die Story aber sein mag, ihre Präsentation ist grauenhaft. Bis auf zwei Ausnahmen sind alle Zwischensequenzen aufgebaut wie Comics mit kleinen Animationen. Das mag zwar zum Setting passen, Sonic befindet sich schließlich in einem Buch, dennoch wären "richtige" Zwischensequenzen schöner gewesen. Wenigstens sind die Szenen englisch vertont, wenn auch nicht sonderlich gut.

Wichtiger als die Story ist aber natürlich das eigentliche Gameplay. Den Tutorial-Level ausgenommen warten ganze sieben Level darauf, von Sonic erkundet zu werden. Das klingt auf dem Papier recht mickrig, ist es aber nicht. Nicht nur, dass die Level an sich recht groß sind, mit einmaligem Durchlaufen ist es noch lange nicht getan. Um im Spiel voranzuschreiten gilt es auch, verschiedene Missionen zu erfüllen. Diese können zum Beispiel lauten "Besiege X Geister", "Erreiche das Ziel ohne einen Ring in Reserve" oder "Erreiche das Ziel ohne zu sterben". Natürlich ziehen sie sich nicht durch das gesamte Level, sondern beschränken sich jeweils immer auf einen Teilabschnitt. Häufig fügen sich die zum Story-Fortschritt nötigen Missionen gut in die Geschichte ein. Zum Beispiel findet ihr in einem Level Sindbad, der in einem Käfig sitzt. Damit ihr weiter kommt, müsst ihr ihn dementsprechend in einer neuen Mission befreien.

Doch wie steuert sich das Spiel eigentlich? Im Tutorial des Spiels bekommt man in acht Lektionen soziemlich das Wichtigste erklärt. Sonic rennt automatisch los, per Kippbewegungen der Wii-Remote, die in diesem Spiel wie ein traditioneller Controller gehalten wird, bewegt ihr ihn nach links oder rechts auf der Strecke. Gesprungen wird mit der 2-Taste, wird ein Ziel dabei anvisiert, wie etwa ein Gegner oder eine Truhe, könnt ihr durch kurzes Schütteln der Remote das betreffende Objekt per Homing Attack angreifen. Wem alles zu schnell geht kann mit der 1-Taste die Bremse ziehen, wer an etwas wichtigem vorbeigelaufen ist, kann sogar durch Zurückkippen der Wii-Remote den Rückwärtsgang einlegen. Hierbei gibt es jedoch das Problem, dass die Kamera weiterhin dicht hinter Sonic bleibt und man somit nicht weiß, wo man eigentlich gerade hineinrennt. Die Steuerung benötigt etwas Einarbeitungszeit, hat man diese jedoch hinter sich gebracht, lenkt man den Igel recht zuverlässig und präzise durch die Level. Man sollte dennoch etwas strapazierfähig sein. Hin und wieder gibt es auf die Steuerung zurückzuführende Frustmomente, die Rücksetzpunkte sind glücklicherweise fair verteilt.

Auch wenn sich das ganze Spiel um die Märchen aus tausendundeiner Nacht dreht, hat das die Entwickler nicht daran gehindert, auch ein paar etwas außerthematische Level einzubauen. Ein Gebiet ist voller Dinosaurier und auch eine fliegende Stadt wartet darauf, erkundet zu werden. Allgemein sind die Level recht abwechslungsreich gestaltet. Von Oasen mitten in einer Wüste bis hin zu einem stürmischen Riff samt Piratenschiffen ist so einiges vertreten. Meist geht es innerhalb der Level strikt nach vorne, manchmal findet man aber auch die ein oder andere Abzweigung oder Sonic muss sich vorsichtig wie der Prinz von Persien an einer Wand entlangdrücken. Langweilig wird einem hier nicht so schnell.

"Schnelligkeit" ist übrigens ein gutes Stichwort. Zu Beginn des Spiels merkt man davon nämlich kaum etwas. Wenn Sonic beginn zu rennen, braucht er erstmal eine Weile, bis er Geschwindigkeit aufgenommen hat. Mit jeder abgeschlossenen Mission sammelt er allerdings Erfahrungspunkte, bei ausreichender Menge davon steigt der Igel eine Stufe auf und kann seine Fähigkeiten aufrüsten, unter anderem mit Beschleunigungs-Upgrades. Welche Fertigkeiten ihr mitnehmt ist jedoch von der Mission, die ihr angehen wollt, und der Anzahl der zur Verfügung stehenden Fertigkeitspunkte abhängig. Damit ihr nicht gleich eure gesamten Konfigurationen über den Haufen werfen müsst, stehen vier Slots zur Speicherung von Fertigkeitenesets zur Verfügung.

Ungefähr nach dem ersten Drittel des Spiels erlangt der blaue Igel auch zwei Sonderfähigkeiten, den "Speed Break" und den "Time Break". Um diese verwenden zu können müsst ihr die auf der Strecke verteilten Perlen sammeln. Bei ausreichender Anzahl färbt sich Sonics Seelenpegel rot-orange. Drückt ihr nun oben auf dem Steuerkreuz, aktiviert Sonic den "Speed Break". Ähnlich wie bei der "Chaos Control" aus "Shadow The Hedgehog" legt er nun den Turbo ein und reißt dabei den ein oder anderen Gegner mit. Allerdings bleibt er auch gerne mal an einer Wand hängen, womit die ganze Aktion dann eher unnütz war. Die "Speed Break"-Fähigkeit ist daher nur bedingt praktisch. Nützlicher dagegen ist der "Time Break". Das ganze Spiel wird hierbei verlangsamt, Sonic selbst wird ein wenig schneller als alle Objekte in seiner Umgebung. Auf diese Weise kann er den Rotorblättern eines Propellers ohne größere Schwierigkeiten ausweichen.

Gut 10 Stunden sollte das Abenteuer dauern. Aber selbst dann bleiben noch etliche Missionen offen, sodass man noch deutlich länger mit dem Spiel beschäftigt sein kann. Zusätzlich hat Sega auch noch einen Party-Modus eingebaut, wo man sich mit bis zu drei Mitspielern in gut 40 Minispielen messen darf. Diese werden in einen kleinen Wettbewerb eingebettet, wie zum Beispiel eine Schatzsuche oder ein Turnier, und machen druchaus Spaß. Das Problem ist nur, dass bei einigen die Steuerung nicht so ganz funktioniert wie sie sollte. In einem Minispiel müsst ihr zum Beispiel einen Lichtstrahl auf Schattenwesen lenken. Das macht ihr aber nicht mit dem Pointer der Remote, sondern mit dem Bewegungssensor. Nichtsdestotrotz machen die Minispiele, genügend Mitspieler vorrausgesetzt, ausreichend Spaß um für ein paar lustige Runden zu sorgen.

Technisch stellt das Spiel momentan die Speerspitze für Wii-Grafik dar. Die Texturen sehen schön aus, in den einzelnen Spielabschnitten ist viel los und das ganze Geschehen läuft ruckelfrei über den Bildschirm. Auf musikalischer Ebene bietet "Sonic und die Geheimen Ringe" den gewohnten, rockigen Soundtrack.

Fazit: Ich habe die Disc mit großen Zweifeln in meine Konsole eingelegt. Und mit Freude lege ich sie nun immer und immer wieder ein. "Sonic und die Geheimen Ringe" ist ein Schritt in die richtige Richtung, lediglich ein paar kleine Macken stören noch das Gesamtbild. Von diesen Kleinigkeiten sollte sich aber kein Sonic-Fan und auch kein Wii-Besitzer ablenken lassen, schließlich ist das Software-Angebot für die Konsole momentan noch eher mau. Sonic Team hat mal wieder gute Arbeit geleistet.

Meine Wertung: 81%



Begleitendes Testvideo


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Sonic Advance 3

GameBoy Advance | USK: ohne Altersbeschränkung | Sega


Der Igel flitzt weiter
Sonic ist zurück. Und auch in der dritten GBA-Episode muss er Dr. Eggman bekämpfen, der mal wieder für Unheil sorgt. Nicht zuletzt wegen einem neuen besonders hartnäckigen Roboter. Doch dieses mal streift er nicht allein durch die Welt. Zu Beginn wählt ihr nämlich zwei der fünf verfügbaren Charaktere, wobei drei davon erst freigespielt werden müssen. Einen steuert ihr direkt, der andere wird von der KI übernommen. Zu zweit geht es dann auch durch die sieben Welten, die in jeweils drei Acts und einen Boss-Level unterteilt sind. Die Acts laufen nach gewohnter Sonic-Manier ab. Ihr lauft generell von links nach rechts durch Loopings, über Sprungschanzen und überrollt Gegner. Unterwegs sammelt ihr auch etliche der altbekannten Ringe ein. Selbst mit nur einem einzigen ist euer Überleben bei einem Treffer gesichert. Sammelt ihr jedoch 100 ein, ohne getroffen zu werden, bekommt ihr, wie auch schon in vorangegangenen Episoden, ein Extra-Leben. Jeder Act bietet neuerdings mehrere Wege zum Ziel, abhängig davon, welche Charaktere ihr gerade steuert. So kommt ihr nur mit Tails oder Cream an höher gelegene Orte und nur Knuckles kann die richtig harten Wänder durchbrechen. Solltet ihr den passenden Charakter mitgenommen haben, aber steuert ihn nicht direkt, müsst ihr die R-Taste gedrückt halten. Damit ruft ihr euren Partner zu euch und könnt, indem ihr die Taste wieder loslasst, eine Team-Aktion vom Stapel lassen. Eure Team-Zusammenstellung allgemein wirkt sich auf die Fertigkeiten der gesteuerten Figur aus. Amy z.B. kann jedem Charakter ihren Hammer leihen, sofern sie mitkommt. Die Level von Sonic Advance 3 sind abwechslungsreich gestaltet und bieten immer wieder neue Herausforderung. Es sind die altbekannten Sonic-Szenarien mit an Bord, wie etwa die eine hochtechnisierte Stadt. Der Soundtrack ist serientypisch ebenfall wieder gut ausgefallen. Die Melodien gehen richtig ins Ohr. Allerdings hat das Spiel auch ein Problem: Um an die Chaos-Emeralds zu kommen, die mal wieder für das finale Ende gefunden werden müssen, muss man in jeder der sieben Zonen 10 Chaos einsammeln. Diese Sucherei kann einem mit der Zeit zimelich auf den Keks gehen. Wer also das beste Ende erreichen möchte, darf sehr viel Spielzeit einplanen. Auch der Mehrspielermodus ist etwas dürftig ausgefallen. Klar, das gute alte Rennen macht nach wie vor Spaß. Allerdings hätte man sich den Ko-Op-Modus auch getrost sparen können. Der ist nämlich etwas zu fehlerhaft als dass man mit ihm lange Spaß haben kann.
Fazit: Sonic Advance 3 ist ein gewohnt guter 2D-Plattformer, der nicht alzu schnell seinen Reiz verliert. Es sieht gut aus, der Schwierigkeitsgrad ist angenehm und der Soundtrack weiß mal wieder zu überzeugen. Allerdings stört mich persönlich die Sache mit den Chaos Emeralds ganz besonders. So, liebe Leute von Sega, will ich das nicht noch mal sehen. Das ist ja schlimmer, als die Emerald-Jagd in Sonic Heroes!
Meine Wertung: 85%

Shadow The Hedgehog

GameCube (auch für PS2 und XBox) | USK: ab 12 Jahren | Sega


Das Schicksal des schwarzen Igels...
Shadow The Hedgehog trat erstmals in Sonic Adventure 2 auf dem Dreamcast als Sonics Gegenspieler auf. Er war zwar auch bei den Ereignissen von Sonic Heroes dabei, jedoch hatte er keine Erinnerung an seine Vergangenheit. Und diese will er nun in seinem eigenen Spiel klären. Ürplötzlich färbt sich der Himmel jedoch schwarz und eine Alien-Rasse, "Black Arms" genannt, will sich die Erde untertan machen. Der Anführer der Black Arms, "Black Doom", scheint jedoch Shadow von irgendwoher zu kennen und fordert die Chaos Emeralds. Shadow erkennt, dass er die Chaos Emeralds sammeln muss, um hinter das Geheimnis seiner Vergangenheit zu kommen... Doch wie er das angeht, ist dem Spieler überlassen: In jedem Level gibt es zwei bis drei verschiedene Ziele. Je nachdem, welches Ziel ihr erfüllt, spielt ihr einen anderen Level. Den einzigen Level, den ihr immer durchquert, ist Westopolis. Habt ihr den sechsten Level in Folge bestanden, seht ihr je nach vorgehensweise eines von zehn verschiedenen Enden. Prinzipiell keine schechte Idee, nur widersprechen sich die Enden dann doch teilwese extremst. Andererseits ist zu beachten, dass Shadow ja sein Geächtnis verloren hat und man ihm deshalb alles mögliche erzählen kann... Die Wahrheit kommt erst ans Licht, wenn ihr alle zehn Enden gesehen habt. Und das ist das schöne an Shadow The Hedgehog: Nach dem ersten Durchspielen ist es noch nicht vorbei, da dann noch neun weitere Enden warten. In den Leveln erwartet einen aber nicht durchgängig klassische Jump'n'Run-Kost. Shadow The Hedgehog schlägt deutlich in Richtung Action ein. Zwar kann man wie gewohnt einfach durch die Level heizen, fordernder und zeitintesiver sind jedoch die Missionen, die ihr von den Begleitcharakteren wie etwa Sonic oder Black Doom gestellt bekommt. Die Wiederholen sich zwar mit der Zeit (z.B. besiege X Aliens bzw. Soldaten), dauern aber dafür auch etwas länger als das einfache Durchrennen. Man ist dabei meistens nämlich dazu gezwungen, den Level genauestens unter die Lupe zu nehmen. Charmy möchte zum Beispiel, dass ihr auf Prison Island fünf Discs findet oder Black Doom fordert euch dazu auf, ein paar riesige Bomben zu zünden und so die Stadt in Schutt und Asche zu legen. Die Gegner können im Vergleich zu früheren Sonic-Abenteuern mächtig einstecken. Allerdings nur, wenn ihr sie mit normalen Angriffen eindeckt. Shadow kann nämlich neuerdings Waffen tragen. Und mit diesen lassen sich die Gegner um einiges einfacher vom Bildschirm fegen. Allerdings hat jede Waffe natürlich einen begrenzten Munitionsvorrat. Geht euch die Munition aus, müsst ihr euch eine neue Waffe besorgen. Mit der Zeit lassen sich sogar Bonus-Waffen wie etwa das "Egg Vacuum" freischalten. In einigen Leveln findet ihr sogar Fahrzeuge, in die ihr einsteigen könnt, teilweise sogar müsst. Allerdings sind die Fahrzeugeinlagen eher schmuckes Beiwerk als unglaublich praktisch, da Shadow zu Fuss meist schneller und besser zu kontrollieren ist. Für bestimmte Aktionen füllen sich zwei Balken am oberen Bildschirmrand. Der eine ist der Hero-Balken, der andere der Dark-Balken. Ist einer der beiden balken voll, werdet ihr unverwundbar und habt für eure aktuelle Waffe vorübergehend unendlich Munition. Ist der Hero-Balken voll könnt ihr darüber hinaus "Chaos Control" einsetzen. Damit überfliegt ihr einen Level im Schnelldurchgang. Allerdings nur, bis der Balken leer ist. Hängt ihr in dem Fall aber über einem Abgrund, setzt euch das Spiel löblicherweise ersthinter dem Abgrund ab. In Bosskämpfen verlangsamt ihr mit Chaos Control die Zeit. Habt ihr jedoch den Dark-Balken gefüllt, könnt ihr "Chaos Blast" einsetzen. Dieser Angriff fügt allen Feinden in einem gewissen umkreis ordentlich Schaden zu. Abgesehen von diesen Neuerungen finden sich aber auch noch klassische Sonic-Elemente im Spiel, wie zum Beispiel Loopings, Sprungschanzen und die guten alten (Rettungs-)Ringe. Letztere halten euch bei Treffern am Leben. Anders als in vorherigen Sonic-Spielen verliert ihr bei einem Treffer nicht alle Ringe, sondern nur zehn. Das kommt euch vor allem in den Bosskämpfen zugute. Diese halten nämlich verdammt viele eurer Sprungangriffe aus. Bei Bosskämpfen solltet ihr sofort die Umgebung nach einer Waffe absuchen und damit losgehen, denn bewaffnet sind die Bosse um einiges einfacher zu lösen. Die Level an sich sind sehr abwechslungsreich gestaltet: Es gibt finstere Städte, grelle Computerwelten und alte Ruinen. Sonic-Fans werden gegen Ende sogar das ein oder andere Deja-Vú erleben, wenn sie am Ende des Spiels auf die Weltraumkolonie ARK zurückkehren. Die Grafik des Spiels ist nicht überragend, im Spiel an sich fällt das aber auch nicht großartig auf. Lediglich in den Zwischensequenzen in Spielgrafik, die bestenfalls das qualitative Niveau von Sonic Adventure DX erreichen, fallen negativ auf. Der Sound ist erste Sahne und hält wieder einige Ohrwürmer parat. Die Steuerung geht auch in Ordnung, allerdings muss man sich erstmal ein wenig umgewöhnen, wenn man bereits andere Sonic-Titel auf dem gameCube gezockt hat. Die Kamera ist leider manchmal recht bockig: Theoretisch lässt sie sich jederzeit nachjustieren. Manchmal bleibt sie aber auch hängen, und das meist in den unglücklichsten Positionen.
Fazit: Shadow The Hedgehog ist kein gewöhnlicher Titel der Sonic-Reihe. Er ist anders. Und das kommt dem Spiel zugute. Denn die neuen Elemente wirken Anfangs zwar fehl am Platz, nachdem man sich aber erst einmal warmgespielt hat (was meistens dann eintritt, wenn man bereits ein Ende gesehen hat), kommt man wunderbar mit den neuen Features klar. Dadurch, dass es zehn verschiedene Enden gibt und das Mysterium um Shadows Vergangenheit motiviert, spielt man es meist auch fast ein wenig länger als man glaubt. Und wenn man dann das ultimative Ende gesehen hat, verzeiht man dem Entwickler auch fast jeden Patzer im Spiel. Zumindest ging es mir so.
Meiner Wertung: 81%
Anmerkung: Der Test basiert auf der GameCube-Version des Spiels. Es gibt eventuell Unterschiede zwischen dieser und der PlayStation 2- bzw. Xbox-Version, die mir jedoch magels der Versionen nicht bekannt sein können.

Begleitendes Test-Video

Sonic Rush

Nintendo DS | USK: ab 6 Jahren | Sega


Der Turbo-Igel ist zurück
In einem Wald findet Sonic seinen Erzfeind Dr. Eggman. Nach einem kurzen kampf lässt dieser einen Edelstein fallen, der den altbekannten Chaos Emeralds nicht unähnlich ist. Darauf erscheint die mysteriöse Blaze, die aus einer anderen Welt kommt und Eggman gefolgt ist. Dieser hat nämlich die sogenannten Sol Emeralds gestohlen. Nachdem ihr den ersten Level mit Sonic überstanden habt, dürft ihr zwischen Blaze und Sonic wechseln. Die beiden gehen dabei getrennte Wege. Und während Blaze Eggman nach und nach die Sol Emeralds abknüpft, hängt sich Sonic an die Versen von Dr. Eggman Nega und sammelt nebenbei die Chaos Emeralds. In insgesamt sieben verschiedenen Levels mit jeweils zwei Teil-Levels und einem Bosskampf nehmt ihr die Verfolgung des diabolischen Duos auf. Dabei ist das ganze Spiel Jump'nRun-Üblich relativ simpel gehalten. Ihr versucht "lediglich" das Levelende zu erreichen. Euer Weg ist dabei mit etlichen Rampen, Loopings und steilen Gefällen zugepflastert. Ebenso dürfen die Ringe und Feinde nicht fehlen. Letztere sind übrigens Sonic Heroes nachempfunden. Die Ringe sind jedoch bei weitem nicht nur da, um am Levelende das Punktekonto ein wenig zu erhöhen: Seid ihr im Besitz von mindestens einem einzigen Ring, so rettet selbst dieser euch bei einem Treffer das Leben. Werdet ihr mit keinem Ring im Gepäck angegriffen, verliert ihr ein Leben. Werdet ihr mit Ringen im Besitz getroffen, verliert ihr nur alle Ringe. Sonic hat in den Levels die Gelegenheit, an bestimmten Punkten eine Art Dimensionstor zu öffnen und dort einen Chaos Emerald zu sammeln. Die Bonus-Level sind in etwa so, wie in Sonic 2 auf dem Mega Drive aufgebaut, nur dass ihr Sonic nicht mit dem Steuerkreuz, sondern mit dem Touchscreen bewegt. Mit dem Stylus führt ihr in der Luft Tricks aus, lotst Sonic durch den Bonus-Level und tippt Gegner an, um sie vom Bildschirm zu fegen. Im eigentlichen Spiel findet der Touchscreen aber keine Verwendung. Der zwei Bildschirme werden als ein einziger verwendet. Deswegen kommt es schon häufig vor, dass eure Figur mal vom einen in den anderen bildschirm rennt. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, mit der Zeit kommt man damit aber super klar. Leider unterscheiden sich Blaze und Sonic spielerisch nicht Großartig voneinander. Auch die Level unterscheiden sich nicht. Sie werden nur in unterschiedlicher Reihenfolge angegangen. Die Grafik des Spiels geht voll in Ordnung. Die Musik geht sofort ins Ohr, passt aber meiner Meinung nach nicht immer zu den Level. Dann stimmt der Umfang nicht so richtig. Sonic-Veteranen können das Spiel bereits nach rund 6 Stunden abschließen, Jump'n'Run-Neulinge werden auch nicht viel länger brauchen. Danach kann man zwar noch Highscores verbessern und Bestzeiten aufstellen, aber da muss jeder für sich selbst entscheiden, ob das zur Motivation beiträgt. Die DS-Features werden recht mittelprächtig genutzt. Einzig der zweite Bildschirm wird ordentlich verwendet. Aber auch der zusätzliche Bildschirm kann leider nicht alle Tdesfallen entschärfen, wie z.B. Gegner, die sich auf der Strecke befinden. Der Touchscreen findet leider nur in den Bonus-Level verwendung, andererseits ist das auch gar nicht so schlecht. Wer will schon mit dem Stylus rumhantieren, wenn er gerade mit Höchstgeschwindigkeit über die Bildschirme flitzt. Das Mirkofon wird gar nicht verwendet.
Fazit: Sonic Rush ist ein sehr schnelles und ordentliches Igel-Abenteuer. Lediglich der Umfang gefällt nicht ganz. Ähnlich wie bei Castlevania ist es einerseit auch schade, dass die DS-Features etwas dürftig genutzt werden, aber andererseits ist das auch gut so. Der Soundtrack geht einem jedoch mal wieder sofort ins Ohr. Sonic- und Jump'n'Run-Fans können nahezu bedenkenlos zugreifen. Und auch alle anderen können sich das Spiel ruhig mal anschauen.
Meine Werung: 86%

Shaman King: Legacy of Spirits: Soaring Hawk/Spiriting Wolf

GameBoy Advance | USK: noch nicht geprüft | Konami


Schnapp sie dir alle? Bitte nicht!!!
Wundert euch nicht! Es gibt zwei fast identische Versionen des Spiels. Der kauf beider lohnt sich aber nicht, da die Unterschiede wirklich nur gering sind. Die Versionen unterscheiden sich nur durch die enthaltenen Geister. ZUr Story: Als Yoh Asakura setzt ihr euch zum Ziel, Schamanenkönig zu werden. Auf dem Weg zu diesem Ziel gilt es, einen haufen Gegner zu besiegen. Ihr bewegt euch auf starren Hintergrunden, die an die Yu-Gi-Oh!-RPGs erinnern. Die Kämpfe dagegen laufen rundenweise ab, sind aber öde dargestellt. Ihr hämmert im Prinziip die ganze Zeit auf die A-Taste. Zu allem überfluss stellt die Zufallskampfrate sogar Final Fantasy in den Schatten. Ihr könnt andere Geister auch fangen, nur macht das keinen Sinn: In kürzester Zeit habt ihr Amidamaru zum Super-Geist ausgebaut und somit sind andere Geister völlig unnötig. Man hat wohl bei Konami versucht, dieses mal wo anders zu kopieren, was allerdings deutlich daneben ging. Gerade bei den Kämpfen hätten sie Pokemon ausstechen können. Aber so muss ich leider sagen: Chance vertan!
Fazit: Nur für absolute Shaman Kng Fans oder Trash-Freunde empfehlenswert. Alle anderen: FINGER WEG! BITTE!
Meine Werung: 32%

Star Wars Trilogy: Apprentice of the Force

GameBoy Advance | USK: Ab 6 Jahren | Ubisoft/Lucas Arts


Möge die Frustration mit dir sein!
Star Wars Trilogy spielt die drei älteren Star Wars Filme durch. In Form eines SideScroll Action Spektakels. Anfang seid ihr mit Luke alleine und mit einem stinknormalen Blaster bewaffnet. Im Level findet ihr dann neue Waffen mit begrenzter Haltbarkeit. In einigen Abschnitten werdet ihr von anderen Charakteren wie R2D2 oder Prinzessin Leia begleitet, die ihr beschützen müsst. Hin und wieder startet eine kleine Action-Sequenz. Das heißt, ihr seid auf ein bestimmtes Gebiet eingeschlossen und müsste alle Gegner platt machen, bevor es weiter geht. Leider haben die Entwickler auch Geschicklichkeitspassagen eingebaut, die man eigentlich nur mit Glück erledigen kann. An einigen Stellen ist einem auch nicht wirklich klar, was zu tun ist. Trotzdem macht das Spiel irgendwie auch Spaß.
Fazit: Wer seinen GBA gerne noch in einem Stück behalten möchte oder leicht frustriert ist, sollte die Finger von Star Wars Trilogy lassen. Star Wars Fans und 2D-Action-Ausgehungerte dürfen gerne mal reinschnuppern.
Meine Wertung: 76%

Shaman King: Master of Spirits

GameBoy Advance | USK: ab 6 Jahren | Konami


Shamanvania?!
Die Story von Master of Spirits ist kurz erklärt: Ein Schamane namens Magister entwendet den Tome of the Shaman King von Yoh Asakura und seiner Truppe. In dem Buch ist eine Beschwörungsformel für einen Dämonengott. Weitere Seiten des Buches sind leider verschollen und so machen sich Yoh und Konsorten auf, das Buch vor Magister zusammenzubasteln. Auf einer Weltkarte wählt ihr danach euer Ziel aus und rennt dann (wie in Castlevania) über den Bildschirm, absolviert kleine Geschicklichkeitseinlagen und verdrescht hordenweise Monster. Um an einigen Stellen weiterzukommen, müsst ihr euch die Kräfte der Geister zunutze machen. Tokagerohs "Giganto Daumen" zum Beispiel verschiebt Kisten, währrend euch "Eliza" immun gegen Gas macht. Anfangs noch richtig leicht, wird das Spiel im weiteren Verlauf richtig frustig. Leider steigt eure Angriffskraft nur an, wenn ihr neue Waffen kriegt oder bestimmte Geister ausrüstet.
Fazit: Shaman King-Fans können einen Blick riskieren, alle anderen sollten besser zum großen Original (Castlevania) greifen. Wer das Seelen-System haben möchte, sollte speziell zu Castlevania: Aria of Sorrow greifen. Das ist zwar nicht wirklich schwerer, aber viel spaßiger.
Meine Wertung: 76%