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PANGYA! Golf with Style

Nintendo Wii | USK: ohne Altersbeschränkung | Ntreev/Tecmo


Die Golf-Kostümparade

Manch einer mag das Spiel vielleicht schon kennen. "Pangya" gibt es schon länger unter dem Namen "Albatross18" für den PC, eine deutsche Fassung davon gibt es seit Ende März 2007. Die PC-Fassung ist ein reines Onlinespiel und zudem völlig kostenlos. Lediglich für das ein oder andere Item wird man mit echtem Geld zur Kasse gebeten. Macht es von daher überhaupt Sinn, sich die Wii-Fassung zu kaufen? Bevor wir ein wenig mehr auf die eigentlichen Spielmechaniken und die damit verbundenen Unterschiede eingehen, noch ein paar Worte zur Story. Und ja, obwohl "Pangya" ein Golf-Spiel ist, hat es eine Story. Diese ist für einen Vertreter dieses Genres auch dezent abgedreht.

Es war einmal in einem Paralleluniversum das Inselreich Pangya. Einst wurde dieses friedliche Eiland von einem Dämonen heimgesucht, der langsam aber sicher sämtliche Lebenskraft entzog. Um die Katastrophe abzuwenden, schmiedete man einen Plan, das Loch, durch das die Lebenskraft der Insel aufgesaugt wurde, zu versiegeln. Die ansässigen Magier schufen einen Ball, der aus konzentrierter Energie bestand, und nannten ihn "mystischer Phönix". Jetzt musste der Ball nur noch zum Loch gebracht werden, jedoch war das wieder nicht einfach. Der Ball konnte nämlich nicht mehr berührt werden, die Energie war zu stark. Und so schufen sie Schläger, mit denen sich der Ball weiterschlagen ließ. Mit jedem Schlag entwich ihm aber ein wenig Energie. Keiner traute sich die schwierige Aufgabe zu, bis eines Tages aus einer anderen Welt ein mysteriöser Mann auftauchte. Er schlug den Ball mit wenigen Schlägen in das Loch und versiegelte es. Der Dämon war gebannt und der Mann wurde als Held gefeiert. Doch wenig später war er auch wieder verschwunden.

Klingt soweit ganz interessant, aber jetzt kommt's: Das Spiel hat mit dieser Story eigentlich wirklich nichts zu tun. "Pangya! Golf with Style" spielt viele Jahre nach diesen Ereignissen, zu Ehren des Helden wird ein Spiel namens "Pangya" gespielt. Und das ist nichts anderes als leicht abgedrehtes und knallbuntes Golf. Dennoch gibt es mit dem "Pangya Festa"-Modus, anders als bei der PC-Variante, einen Story-Modus. Hier schlüpft ihr in die Rolle von einem der acht Charaktere (sieben müssen jedoch erst freigeschaltet werden) und nehmt am Pangya-Turnier teil. In kleinen Zwischensequenzen vor und nach dem Spiel wird eine grobe Rahmenhandlung erzählt, die zwar nichts Besonderes darstellt, aber auch durchaus nett ist. Nachdem die reguläre Story eines Charakters abgeschlossen wurde, erwarten euch darüber hinaus noch eine Hand voll Nebengeschichten. Für ausreichend Umfang ist hier also gesorgt.

Auf dem Golfplatz selber geht es dann an den Ernst des Sports. Naja, nicht ganz. Ziel ist es natürlich, den bereitstehenden Ball mit so wenigen Schlägen wie möglich im Loch zu versenken. Zuerst bestimmt ihr mit dem Steuerkreuz, wohin euer Schlag gehen soll. Die Standard-Kameraperspektive verschafft euch in der Regel jedoch nicht den optimalen Überblick. Deswegen könnt ihr per Druck auf die 1-Taste der Wii-Remote zwischen drei Einstellungen wechseln: Schlag (Standard), Vogelperspektive und Zielpunkt. Zoomen könnt ihr bei den einzelnen Perspektiven, wenn ihr im Kameramodus B gedrückt haltet und die Fernbedienung auf den Fernseher zu- oder von ihm wegbewegt. Sollte die Schlagrichtung stimmen, die Schlagdistanz aber nicht, so könnt ihr mit dem Steuerkreuz zwischen verschiedenen Schlägern wählen, sofern der Untergrund es euch erlaubt. Wenn ihr nun soweit zufrieden seid, könnt ihr noch den Schlagpunkt bestimmen. Dazu reicht ein Klick auf den Golfball links unten im Bild und schon könnt ihr mit dem Steuerkreuz den Schlagpunkt verändern. Zusätzlich könnt ihr festlegen, ob ihr einen Powerspin bzw. eine Power-Kurve versuchen wollt. Der Powerspin bewirkt, dass der Ball noch ein Stückchen weiter bzw. zurück rollt (je nach Schlagpunkt), mit der Power-Kurve wird der Ball mit einer großen Links- bzw. Rechtskurve geschlagen. Diese Varianten setzen allesamt einen Pangya-Schlag voraus, zu dem wir später noch kommen. Wenn ihr mit allen Einstellungen zufrieden seid, geht es per Druck auf den B-Knopf endlich an den eigentlichen Schlag.

Damit kommen wir zur heißen Phase. Begonnen wird der Schwung, indem ihr die Wii-Remote wie einen Golfschläger senkrecht zum Boden haltet. Nun holt ihr aus und bestimmt so, wie viel Kraft ihr in euren Schlag setzen wollt. Hierbei gilt: Je weiter ihr ausholt, desto mehr Power trifft den Ball. Dabei könnt ihr in aller Ruhe an der Krafteinstellung feilen, bis ihr den eurer Meinung nach richtigen Wert erwischt habt. Dann habt ihr nur noch, wie auch bei "Wii Sports: Golf", den A-Knopf gedrückt zu halten und die Fernbedienung wie einen Golfschläger zu schwingen. Eventuell stößt ihr aber nun auf ein signifikantes Problem: Der Ball landete nicht dort, wo er sollte. Ihr habt den Schlag mächtig verzogen. Was war falsch?

Anders als bei "Wii Sports" wird bei "Pangya" auch der Winkel registriert, mit dem ihr die Wii-Remote beim Schlag haltet. Wenn ihr den Schlag verzieht, müsst ihr euer Handgelenk entsprechend ein wenig drehen, um diesen Fehler zu korrigieren. Am besten probiert man das eine Weile mit Testschlägen aus. Drückt ihr beim Schlag nämlich B anstelle von A führt ihr einen Probeschlag aus. So könnt ihr eure Haltung korrigieren, bis der Schlag halbwegs ordentlich aussieht. Das erfordert ein wenig Übung und ist in der Regel nicht von heute auf morgen erlernbar, auf Kosten der Einsteigerfreundlichkeit des Spiels. Hat man den Winkel aber erstmal raus, folgt ein Pangya-Schlag nach dem anderen. So einen führt ihr nämlich aus, indem ihr die Wii-Remote beim Schlag "perfekt" haltet. Solltet ihr mit der Schwung-Steuerung absolut nicht klarkommen, könnt ihr auch auf die dem PC ähnliche Knopf-Steuerung umschalten, nur nimmt das dem Spiel seinen eigentlichen Reiz. Ein Pangya-Schlag ist für die oben bereits erwähnten Spins und Kurven nötig, ebenso für die Powerschläge.

Derer gibt es insgesamt drei, wovon zwei für die erfolgreiche Ausführung, wie erwähnt, einen Pangya-Schlag voraussetzen. Um einen solchen Schlag überhaupt nutzen zu dürfen, müsst ihr durch erfolgreiche Schläge die Pangya-Leiste oben rechts im Bildschirm zu mindestens einem Drittel füllen. Jede der drei Sektionen steht für einen Powerschlag und ist eine rot gefärbt, habt ihr auch einen Schlag verfügbar. Durch einen einfachen Klick auf die entsprechende Schaltfläche auf dem Bildschirm aktiviert ihr den Grundschlag. Dieser geht 10 Meter weiter als normal und tritt immer ein. Zusätzlich könnt ihr nun noch eine von zwei verschiedenen Spezialschlägen auswählen. Einer davon ist der Tomahawk. Hierbei fliegt der Ball die gesamte Schlagdistanz hoch über den Boden und schlägt am Zielpunkt senkrecht ein. Der Ball rollt also nicht mehr weiter, es sei denn, man hat es mit einem extremen Gefälle zu tun. Der zweite Spezialpowerschlag ist der Kobra-Schlag. Dabei fliegt der Ball flach über den Boden, steigt gegen Ende noch einmal kurz auf und segelt zu guter Letzt langsam wieder zu Boden. Je nach Situation empfiehlt sich der Einsatz eines Spezialschlages, in der Regel werdet ihr jedoch häufiger den Tomahawk-Schlag verwenden.

Ist der Ball dann unterwegs zeigt sich, ob ihr auch alle Faktoren schön beachtet habt. Die Flugbahn des Balls kann nämlich noch durch Wind und Wetter beeinflusst werden. Bei Regen fliegt und rollt er nicht so weit wie üblich, durch Wind verschiebt sich die Flugbahn je nach Windstärke. Auch der Untergrund, auf dem die weiße Kugel landet, hat Auswirkungen auf die Rollweite. Bei Landungen im Rough oder gar im Bunker müsst ihr euch nicht wundern, wenn der Ball schneller ruhig liegen bleibt. Apropos Untergrund: Dieser beeinflusst nämlich beim Abschlag auch ein wenig eure Schlagstärke. Dementsprechend habt ihr mehr Kraft zu verwenden, wenn ihr im Bunker oder Rough landet. Diesem Problem kann man aber sehr einfach entgegenwirken, mit der Zeit stört es euch kaum noch, auf welchem Untergrund der Ball landet.

Hakelig wird es, wenn ihr es aufs Green geschafft habt. Ein Raster mit Punkten zeigt euch die Neigungen an. Je weiter der Punkt von der Mitte des Quadrats entfernt ist, desto steiler ist der Hang. Je nach Neigung habt ihr dann mehr oder weniger Kraft aufzuwenden oder gegenzulenken. Anfangs werdet ihr Wohl oder Übels eure Putts verziehen. Dennoch ist das System erlernbar und mit der Zeit werdet ihr auch längere Putts meistern können. Habt ihr den Ball dann endlich mit einer Schlagzahl in Höhe der Par-Nummer des Lochs oder darunter versenkt, springen Pang-Münzen aus dem Loch. Dabei handelt es sich um die Währung des Spiels. Pang könnt ihr euch nicht nur durch das Einlochen des Balls verdienen, sondern auch mit gelungenen Pangya-, Tomahawk- und Kobra-Schlägen, besonders weite Schlägen oder Spielsiegen.

Im Shop könnt ihr dann eure Pang-Ersparnisse ausgeben. Ihr könnt eure Charakterauswahl nach bestimmten Abschnitten im "Pangya Festa"-Modus gehörig aufstocken und eure insgesamt acht Golfer dann mit gekaufter Kleidung ausrüsten. Natürlich steckt dahinter viel mehr, als man glauben könnte. Mit den Kleidungsstücken könnt ihr nämlich die Statistiken eures Charakters verbessern. Dazu benötigt es aber auch noch separat einen kleinen Pang-Betrag. Bestimmte Story-Abschnitte setzen auch gewisse Klamotten voraus, ihr müsst aber nicht stur rumprobieren. Das Spiel gibt euch einen Hinweis darauf, was für solche Nebengeschichten erforderlich ist. Neben einer Erweiterung eures virtuellen Kleiderschranks könnt ihr euch noch mit Schlägersets, Bällen und Items eindecken. Letztere bringen euch bestimmte Boni, wie etwa Windstille oder einen Powerschlag. Auch könnt ihr euch verschiedene Caddies zulegen, die ebenfalls die Werte eures Golfers verändern. Euren voll ausgestatteten Schützling könnt ihr dann sogar auf eurer Wii-Remote speichern und zu Freunden mitnehmen.

Neben dem "Pangya Festa"-Modus warten noch diverse 18-Loch-Turniere und -Duelle auf den geneigten Einzelspieler. Das Zählspiel und der Duell-Modus sind auch im Multiplayer verfügbar, dazu kommt noch ein Minispiel, bei dem ihr Ballons mit eurem Ball treffen müsst. Bei dieser Variante könnt ihr euch vorher auch noch ein sogenanntes "Party-Objekt" aussuchen, mit dem ihr das Spielgeschehen etwas beeinflussen könnt. Mit den insgesamt 11 Kursen ist auch für Abwechslung gesorgt. Leider fehlt der Wii-Variante das, was die PC-Version groß gemacht hat: Der Onlinemodus. Ihr könnt lediglich offline golfen, dass dafür aber, mit Ausnahme des Ballon-Platzer-Modus, mit nur einer Wii-Remote.

Auf der technischen Seite hat "Pangya" leider auch einige Probleme vorzuweisen. Die Grafik ist in etwa auf demselben Niveau wie die PC-Version, vielleicht etwas besser, ruckelt aber unerklärlicherweise hin und wieder. Wenn zum Beispiel euer Ball Feuerwerkseffekte mit sich zieht, geht die Framerate in die Knie. Auch in einigen der ebenso wenig aufwändigen Zwischensequenzen im "Pangya Festa"-Modus treten hin und wieder Ruckler auf. Darüber hinaus lädt das Spiel unglaublich lange. Bis ein Spiel mal fertiggeladen ist, vergeht einige Zeit. Sie sind zwar nicht so extrem, aber kürzer hätten sie schon sein dürfen. Musikalisch bietet die Wii-Version ähnliche Stücke wie auf dem PC, diese sind aber leicht verändert worden und neue Tracks haben ebenso einen Weg auf die Scheibe gefunden. Ein großes technisches Problem ist aber die KI. Diese schwankt nämlich zwischen "unfassbar schlecht" und "unglaublich gut". Es kommt vor, dass euer KI-Konkurrent einen eigentlich einfachen Schlag komplett vermasselt, nur um im nächsten Zug mit einem eigentlich unmöglich guten Schlag diesen Fehler wieder auszugleichen. Hier hätte man definitiv noch einmal nachbessern sollen.

Vergleich mit der PC-Version: Wenn ihr wirklich alles haben wollt, was das Spiel bietet, also auch alle Klamotten, dann seid ihr mit der Wii-Version definitiv besser bedient. Das, was ihr auf dem PC noch an Euros in das Spiel zu stecken habt, übersteigt dann nämlich den Preis der Wii-Fassung um Längen. Dafür ist aber die PC-Steuerung wesentlich einfacher erlernbar als die Wii-Bedienung. Auch der Onlinemodus bringt dem PC Pluspunkte. Für heimische Partys ist die Wii-Variante aber dann wieder besser geeignet, da sich hier neue Charaktere und Kleidungsstücke aufgrund der niedrigeren Preise und größeren Pang-Gewinne schneller freischalten lassen. Allerdings auch noch langsam genug, um euch lange an den Bildschirm zu fesseln. Welche Version besser ist, hat jeder für sich zu entscheiden. Die Vor- und Nachteile halten sich in etwa die Waage.

Fazit: Ich bin ein großer Freund der PC-Fassung und war dementsprechend gespannt, was das "Pangya! Golf with Style" auf Wii so alles hergibt. Es war erstaunlich viel, muss ich gestehen. Der Story-Modus ist wirklich umfangreich, bis man alles freigeschaltet hat, vergehen etliche Spielstunden, und mit drei Freunden kommt richtig Freude auf. Leider täuscht das nicht über den fehlenden Onlinemodus hinweg. Ebensowenig lassen sich die Ruckler, KI-Fehler und Ladezeiten ignorieren. Auch die gewöhnungsbedürftige Steuerung dürfte für den ein oder anderen ein Problem darstellen. Mein Tipp daher: Spielt erst einmal die PC-Version an, um die Spielmechanik an sich zu verstehen, also Putten, Windeinschätzung und so weiter, und probiert die Wii-Fassung nach Möglichkeit irgendwo aus um herauszufinden, ob euch das Spiel liegt. Spaß macht "Pangya" nämlich, es ist nur eine Frage des Geschmacks und des Gefühls.

Meine Wertung: 79%



Begleitendes Testvideo

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Project Rub

Nintendo DS | USK: ab 6 Jahren | Sega/Sonic Team


Jackass für Verliebte
Man(n) kennts das ja: Beim Spaziergang kann schon mal einem die Traumfrau über den Weg laufen. Was eigentlich in eine Schwärmerei ohne Happy End ausgehen würde, wird in dem Augenblick auf den Kopf gestellt, als dem "Helden" von "Project Rub" ein Mann mit Hasenohren begegnet. Dieser gehört zur Stunttruppe "Rub Rabbits" und will dem Helden zeigen, wie er das Herz der Dame erobern kann. Dazu muss er verschiedene wahnwitzige Aktionen durchführen. Nicht umsonst wird zu Beginn des Spiels darauf hingewiesen, dass man die gezeigten Aktionen auf keinen Fall nachahmen sollte. So kommt, wie es kommen muss: Bewaffnet mit dem Stylus des DS besteht ihr nun diese Aufgaben. Diese sind abwechslungsreich gestaltet und erfordern vollen Einsatz des Touchscreens. Im ersten Minispiel sollt ihr durch Stylusbewegungen Goldfische aus dem Magen eines Passanten herausbefördern, bevor sie verdaut werden. Später müsst ihr z.B. noch tanzen, ein Einrad über schmale Wege bugsieren oder Menschen vor einem riesigen Käfer retten. Auch Bosskämpfe erwarten euch. Der Kampf gegen 100 wütende Stiere ist dabei nur der Anfang... Auch das Mikrofon kommt zum Einsatz, allerdings um einiges spärlicher als der Touchscreen. Eigentlich müsst ihr nur in ein paar Minispielen ein wenig ins Mikro pusten. Bei einem Minispiel jedoch müsst ihr eurer virtuellen Angebeteten zurufen, was man allerdings auf keinen Fall in der Öffentlichkeit machen sollte. Scheife Blicke sind dabei garantiert. Habt ihr übrigens einen Bosskampf bestanden, kommt es zu einer Liebesszene (ein Schelm, wer böses dabei denkt), bei der ihr dem Mädchen etwas näher kommt. An und für sich kann man das Spiel recht schnell beenden. Allerdings wartet dann noch ein Hard-Modus auf euch und ihr könnt noch jede Menge Klamotten und Perrücken für eure digitale Traumfrau freispielen. Dazu muss man allerdings entweder in den Zwischensequenzen versteckte Häschen finden oder im "Erinnerungs-Modus" Erfolg haben. Die Grafik ist wirklich schwer zu beurteilen, der Stil gefällt bestimmt nicht jedem. Allerdings unterstreichen die Grafik und gerade die in Comics gehaltenen Zwischensequenzen den sehr eigenen Humor des Spiels. Der Sound ist ganz nett, aber sonderlich herausragen ist er auch wieder nicht. Die DS-Features werden sehr gut ausgenutzt.
Fazit: Project Rub hat mir sehr gut gefallen. Besser als Wario Ware zumindest. Dennoch ist es im Prinzip "nur" eine Minispielsammlung, die je nach dem Willen zum vollständigen Freischalten der Boni unterschiedlich lang unterhält. Der Grafikstil ist zwar nicht jedermanns Sache, aber gefiel mir ebenfalls sehr gut. Wer etwas für solche Minispielsammlungen übrig und Wario Ware schon durch oder verschmäht hat, darf uneingeschränkt zugreifen.
Meine Wertung: 80%

Psychonauts

PC (auch für PS2 und Xbox) | USK: ab 12 Jahren | Double Fine


Alles klar im Kopf?
Soziemlich jeder von uns wird im Alter eines Kleinkindes noch solche Traumberufe wie Astronaut oder Feuerwehrmann gehabt haben. Auch Razputin, der Held von "Psychonauts" hat einen Traum: Er möchte Psychonaut werden. Psychonauten sind Leute, die sich persönlich in die Psyche anderer Leute begeben, um dort geistige Spinnenweben oder emotionalen Ballast zu entsorgen. Damit Raz seinen Traum erfüllen kann, schleicht er sich in das "Übersinnliche Sommercamp am Flüsterfelsen". Und obwohl er erst seit kurzem an der Psychonauten-Ausbildung teilnimmt, wartet auf ihn bereits das Abenteuer seines Lebens... Fortan übernehmt ihr also die Kontrolle über Razputin. Zuallererst geht es in der realen Welt zu Coach Oleander, bei dem ihr das Tutorial besteht. Dabei werdet ihr vor allem mit der Steuerung vertraut gemacht. Allerdings bleibt es nicht bei einfachem Rumhüpfen in den Gedanken anderer: Raz erlernt mit der Zeit verschiedene PSI-Kräfte. So kann er mit Pyrokinese seine Feinde in Brand setzen oder mit Telekinese Gegenstände verschieben. Manche PSI-Kräfte bekommt ihr automatisch im Story-Verlauf, einige könnt ihr euch bei Ford Cruller abholen, sofern ihr den nötigen Kadetten.Rang habt, Die reale Welt besteht hauptsächlich aus dem Psychonauten-Camp. Wenn ihr dort ein violettes Leuchten am Boden seht, könnt ihr euch in die Nähe stellen und die Aktionstaste drücken, um Pfeilspitzen einzusammeln. Das ist die Währung in Psychonauts. Im Camp-Shop könnt ihr euch von den gesammelten Pfeilspitzen einige Extra-Sachen kaufen, wie die Traumwatte, die euch wiederbelebt, falls ihr eure Energie komplett verloren habt. Ebenfalls in der realen Welt verteilt sind Schnitzeljagd-Gegenstände, von denen es insgesamt 16 Stück gibt. Für je acht Gegenstände steigtihr vier Kadetten-Ränge auf. Während ihr ca. die Hälfte der Spielzeit in der realen Welt rumstapft, verbringt ihr die andere Hälfte in den Gedanken anderer Leute. Und diese Level sind so richtig abgedreht. Im Kopf von Coach Oleander herrscht Krieg, Sasha Nains Gedankenwelt hingegen ist ein einziger Würfel. Innerhalb dieser Welten sammelt ihr Trugbilder ein, mit denen ihr euren PSI-Kadetten-Rang erhöhen könnt, sortiert und entsorgt emotionalen Ballast, entfernt geistige Spinnenweben und legt euch mit Zensoren an, die euch aus den Gedanken rausschmeißen wollen. Die Gedankenwelten sind sehr abwechslungsreich gestaltet, die Aufgaben innerhalb dieser auch. Besonders löblich: Kommt ihr mal nicht weiter, könnt ihr mit einem Stück Speck Ford Cruller herbeirufen, der euch Gegnerstrategien oder Denkanstöße für den weiteren Spielverlauf gibt. So hält sich der Frust eindeutig in Grenzen. Das gilt auch für die Bosskämpfe: Jeder Boss ist relativ einfach zu besiegen, ihr müsst euch nur die Angriffsmuster gut einprägen. Wer dennoch nicht weiterkommt, kann auch hier Ford Cruller um Rat fragen. Was Psychonauts aber besonders von anderen Spielen abhebt ist der Humor. Im ganzen Spielverlauf werden laufend Gags eingestreut. Sei es Ford Crullers Anmerkung zu der Pyrokinese-Fähigkeit ("Und wenn du Mädchen damit beeindrucken willst, stelle vorher sicher, das keines von ihnen Haarspray benutzt!") oder ein Bossgegner, der euch mit schlechten Theaterkritiken angreift. Überhaupt sind die Bosskämpfe durch die Bank weg äußerst abgedreht. Häufig erwischt man sich beim Spielen von Psychonauts mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht oder einem lauten Lachen, die Gags sind grandios. Leider ist das Spiel nicht allzu lang: Geübte Spieler sind bereits nach knapp 10 Stunden durch. Dafür kommt in dieser Zeit absolut keine Langeweile auf. Die Grafik ist ebenfalls in Ordnung und bringt sowohl die reale Welt als auch die Gedankenwelten richtig gut rüber. Der Sound ist gut geworden und einige Melodien gehen regelrecht ins Ohr. Ein besonderes Lob geht an die deutschen Sprecher: Jeder Charakter ist sehr gut vertont worden. Die PC-Version enthält aber auch die englische Version des Spiels. Dazu müsst ihr es einfach auf Englisch installieren. Auch auf PS2 und Xbox ist das möglich. Dazu muss einfach die Systemsprache auf Englisch umgestellt werden.
Fazit: Psychonauts überzeugt mit dem abgefahrenen Humor und den witzigen Gedankenwelten. Das ganze Spiel ist sehr abwechslungsreich geworden, die deutsche Synchro überzeugt voll. Ich finde es zwar schade, dass das Abenteuer etwas zu kruz gerwaten ist, aber dafür hat es keine Längen. Wer nur ein ein kleines bisschen für ein humoristisches Jump'n'Run übrig hat, kommt an Psychonauts nicht vorbei.
Meine Wertung: 90%

One Piece: Round The Land!

PlayStation 2 | USK: ab 12 Jahren | Bandai


Zwischenstopp in der Piratenoase
Ruffy und Konsorten ankern vor einer neuen Insel, auf der sie von einem Kerl namens Brue begrüßt werden. Dieser organisiert den Wettkampf "Round the Land", bei dem die Teilnehmer sogenannte Weg-Runen sammeln müssen, um am Ende an den Schatz der Piratenoase zu kommen: Elbans Träne. Und selbstverständlich mischt die Strohhut-Bande da ordentlich mit. Soviel zur recht einfallslosen Story. Ich erinnere mich da nur an Treasure Battle für den GameCube, das storytechnisch ähnlich gestrickt war. Leider wird die Geschichte von Round The Land schmucklos präsentiert: Ihr seht den Hintergrund und dazu werden dann (stets dieselben) Charakterbilder eingeblendet. Und nicht synchronisierter Text. In diesem Fall wäre es meiner Meinung nach sogar egal gewesen, wenn die Syncro japanisch wäre, denn das hätte das ganze zumindest ein wenig lebendiger gemacht. So, nun zum Spiel: Ihr sucht euch ertsmal auf der Karte ein Gebiet aus. Zu Beginn steht euch nur Buggys Zirkuswelt zur Verfügung, im Verlauf des Spiels erkundet ihr auber auch Wapols Schneeschloss, Blacks Anwesen und sogar das Wolkenreich Skypia. Die Level, von denen es pro Gebiet vier bis sechs gibt, erledigt ihr in guter alter Sidescroller-Manier: Ihr lauft von links nach rechts, sammelt eine Hand voll Schatztruhen ein, vermöbelt Gegner und erreicht das Levelende. Schatztruhen müssen aber erst mitgenommen und dann entweder zum Ende des Levels oder zu einem Übergabepunkt geschleppt werden. Dann wird die Truhe geöffnet und das darin befindliche Geld wandert in euren Besitz. Die Beute wird natürlich fair aufgeteilt. Im generalfall bekommt der Charakter, den ihr gerade spielt, die hälfte der Berries und die anderen beiden jeweils ein viertel. Die anderen beiden? Ja, denn zusätzlich zum eigentlichen Anführer dürft ihr pro Gebiet auch noch bis zu zwei Unterstützungscharaktere mitnehmen. Vor jedem Level und an den Übergabepunkten wählt ihr dann, mit welchem eurer Helden ihr losziehen wollt. Die Level an sich sind größtenteils recht gradlinig. Nur in einigen gibt es abzweigungen oder versteckte Gänge, die dann auch "nur" zu weitren Schatztruhen führen. Der Schwierigkeitsgrad des Spiels schwankt jedoch immer wieder: Mal sind die Abschnitte viel zu leicht, dann auf einmal kommt ein mordsschwerer. Der Schwierigkeitsgrad der Bosskämpfe gegen die verschiedenen Bösewichte aus dem Anime ist ebenfalls etwas seltsam. Die härtesten Gegner trefft ihr gleich am Anfang, nach hinten hin werden die Fights aber zunehmend einfacher. So vergeigt ihr bei Alvida (erster Boss des Spiels) gleich mehrere Leben, während ihr Wapol (Boss in der Mitte des Spiels) beinahe im Schlaf besiegt. Technisch allgemein gibt sich das Spiel recht mittelmäßig. Die ersten Level sehen dermaßen öde aus, dass man eigentlich nicht wirklich die Lust verspürt, weiterzuspielen. Das Steigert sich zwar im Spielverlauf, aber über das Mittelmaß kommt die Grafik nicht. Der Sound ist ebenfalls so. Anfangs fragt ihr euch, wer diese seltsame Musik überhaupt kompniert hat, später sit sogar der ein oder andere Ohrwurm dabei. Was aber absolut nicht geht sind Übersetzungsfehler: Dass man den Namen der Währung der Vorlage (Berries) einfach so ins deutsche Übersetzt hat (Beeren), mag ich noch verzeihen, aber wenn ich dann noch "Ewige Pause" statt "Eternal Port" lese, dann verstehe auch ich keinen Spaß mehr. Und die Steuerung hätte man meines erachtens auch besser hinlegen können. Mein Tipp: Zu Anfang erst mal den Steuerungstyp 2 einstellen, da ihr sonst mit der Dreiecks-Taste springt...
Fazit: One Piece-Fans können sich das Spiel ruhig mal anschauen, denn insgesamt können sie mit den sieben Helden aus Manga und Anime gegen die Kern-Schurken spielen (wobei ich mir noch das ein oder andere geplänkel mit der Marine gewünscht hätte). Wer jedoch One Piece überhaupt nichts abgewinnen kann oder nicht auf (lahme) Sidescroller steht, kann das Spiel ruhig im Laden stehen lassen.
Meine Wertung: 70%