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Boktai 2 - Solar Boy Django

GameBoy Advance | USK: ab 6 Jahren | Konami


Taiyooooooh!, die zweite

Irgendwelche Nachtschwärmer hier? Leute, die generell nur nachts zocken? Ihr könnt dann nämlich schon jetzt aufhören zu lesen, "Boktai 2" ist das falsche Spiel für euch. Denn an das Modul wurde ein Solarsensor geschraubt, der zum erfolgreichen Durchspielen benötigt wird. Schon beim Vorgänger gab es bereits diese kleine Solarzelle auf dem Modul und sorgte so für ein sehr erfrischendes Spielerlebnis. Kann der Nachfolger da auch mithalten und den ersten Teil sogar übertrumpfen?

Das Spiel setzt nach den Ereignissen des Vorgängers ein. Django und Otenko erreichen San Miguel, wo sie allerdings von einem Vampir überfallen werden. Django verliert seine Waffe, die Solarpistole "Gun Del Sol", findet allerdings wenig später ein Schwert und erhält von einem Mädchen namens Zazie ein neues Solar-Werkzeug, den Handschuh "Sol De Vice". Djangos neue Mission ist es nun, nach Istrakan im ersten Spiel nun auch San Miguel aus den Klauen der Untoten zu befreien. Die Story ist spannnend geraten und hält auch so manche (wenn auch teilweise berechenbare) Wendungen parat.

Gespielt wird "Boktai 2" wie der Vorgänger aus einer isometrischen Perspektive. Per Steuerkreuz bewegt man sich, mit dem A-Knopf lädt man bei gutem Sonnenstand seinen Solar-Handschuh wieder auf, mit B greift man an. Die R-Taste dient zum Umsehen, per L-Taste aktiviert man die Enchantment-Funktion des "Sol De Vice". So lässt sich jede Waffe, die man findet, mit dem gewählten Element (z.B. Sol, Eis und Feuer) verstärken, sodass man sich bei bestimmten, elementanfälligen Feinden Vorteile verschaffen kann. Und ja, richtig gelesen: Bei "Boktai 2" kann man verschiedene Waffen finden. Diese sind in die vier Typen "Schwert", "Lanze", "Hammer" und "Schuss" eingeteilt. Pro Typ kann nur eine Waffe in die Schnellauswahl gepackt werden. Die ist auch neu und ermöglicht es durch gedrückt halten von Select zwischen vier vorher ausgewählten Enchantments und Waffen zu wählen. So wird die Menü-Fummelei bei der Waffenkonfiguration von "Boktai 1" wenigstens etwas verringert. Zumindest theoretisch. Denn praktisch reichen selbst diese vier Slots nicht aus. Um die kleinen Rätsel des Spiels lösen zu können, muss man häufig zwischen den Enchantments wechseln. Ab ungefähr der Mitte des Spiels kommt noch hinzu, dass sich der Hauptcharakter verwandeln kann und die neuen Enchantments ebenfalls Slots in der Schnellauswahl benötigen.

Zusätzlich erschwert wird das Spiel durch das furchtbar limitierte Inventar. Konnte man im Vorgänger so viel einstecken, bis der Zähler eines Gegenstands 99 anzeigt, hat man in "Boktai 2" nur 16 Inventarslots. Zwar gibt es 16 Slots pro Item-Kategorie (Gebrauchsgegenstände, besondere Gegenstände, Waffen, Protektoren), reichen tun die Slots aber gerade bei den Gebrauchsgegenständen nicht. So muss man von vornerein planen, ob man mit mehr Äpfeln für die Lebensenergie an den Start geht oder doch lieber noch ein paar Solarfrüchte zur Solarregeneration einpackt. Auch muss man bei einigen Gegenständen auf die Haltbarkeit achten. Ähnlich wie bei "Metal Gear Solid 3" verrotten diverse Gegenstände wie Äpfel nach einiger Zeit. Von daher gilt es, die Haltbarkeitsanzeige der Gegenstände stets zu kontrollieren. Sonst steht man am Ende stark angeschlagen vor einem Boss und hat nur verdorbene Nahrungsmittel in der Tasche.

Das Spiel schlägt auch mehr in Richtung Rollenspiel ein. Besiegte Gegner spendieren nun auch Erfahrungspunkte, bei einem Levelaufstieg dürft ihr Attributspunkte auf die vier Kategorien "Gesundheit", "Geist" (Solarkapazität), "Stärke" und "Bewegung" verteilen. Aber ihr sammelt auch Erfahrung im Umgang mit den Waffenkategorien. Je häufiger ihr eine bestimmte Waffenkategorie anwendet, desto höher ist euer Waffenfertigkeitslevel, desto höher ist der Schaden, den ihr mit einer Waffe gleichen Typs austeilt. Allerdings bringt die Rollenspielkomponente einen Nachteil mit sich: Konnte man in "Boktai 1" einen Dungeon noch durch Schleichen abschließen (Immortal-Aufenthaltsorte ausgenommen), geht das hier zwar auch noch, bringt allerdings gravierende Probleme mit sich. Durch Schleichen steigt man keinen Level auf und hat folglich bei späteren Bossgegnern nicht den Hauch einer Chance.

Allgemein ist der Schwierigkeitsgrad im Vergleich zum Vorgänger angestiegen. Selbst wenn man fleißig alle Gegner vernichtet und einen Level nach dem anderen Aufsteigt, kann man an eine Stelle angelangen, wo ein Bossgegner noch zu stark ist. Mangels Möglichkeiten zum Abblocken feindlicher Angriffe können sogar manche normalen Gegner zur Plage werden. Wichtig ist aber jederzeit ein guter Sonnenstand. Auch wenn man nun nicht zwangsweise Sonnenlicht braucht, um die normalen Untoten zu vernichten, für die Bossgegner, die immer noch im "Pile Driver" gereinigt werden, benötigt man es weiterhin.

Neben den Hauptgebieten in der Umgebung von San Miguel gibt es auch noch Nebendungeons, die kleine Herausforderungen bieten. So muss man zum Beispiel in einem Dungeon eine ganze Ansammlung der immer wieder im Spiel verwendeten Kistenschiebe- und Schalterdrück-Rätsel lösen. Die Belohnung für solche Ausflüge sind Fotos der auftauchenden Charaktere und neue Waffen. Auch könnt ihr euch an kleinen Missionen versuchen, die in der Bibliothek von San Miguel ausgegeben werden.

Der Graikstil des Spiels entspricht dem des Vorgängers, hat also einen leicht comic-ähnlichen Touch. Der Sound des Spiels ist ganz ordentlich geworden. Lediglich an der Performance hätte man noch etwas schrauben können. Bei richtig viel Action auf dem Bildschirm (Alltag bei Bosskämpfen) neigt das Spiel zu unschönen Slowdowns.

Zum Multiplayer-Modus kann ich mangels Mitspieler mit "Boktai 2"-Modul wenig sagen. Sollte sich übrigens in eurem Freundeskreis jemand finden, der "Megaman Battle Network 5" sowie zwei Wireless-Adapter für den GBA besitzt, könnt ihr euch um die Wette an einem Bosskampf versuchen. Die dabei gewonnenen Punkte könnt ihr in "Boktai 2" in diverse Protektoren investieren.

Fazit: "Boktai 2: Solar Boy Django" macht aus dem oberflächlich gesehen recht einfallslosem Action-Adventure mit nettem Solarsensor ein durchaus forderndes Action-Adventure mit kleinem Rollenspieltouch und Solarsensor-Spielereien. Die Story ist spannend, die Bosskämpfe trotz einiger Slowdowns gut inszeniert und das Spiel macht insgesamt einfach Spaß. Negativ zu bewerten wäre allerdings der teilweise recht hohe Schwierigkeitsgrad sowie die Übersetzungsfehler an einigen wenigen Ecken des Spiels. Und dank Solarsensor braucht man nach wie vor an einigen Stellen des Spiels Sonnenlicht um weiterzukommen.

Meine Wertung: 88%



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Bleach DS: Souten Ni Kakeru Unmei

Nintendo DS | USK: noch nicht geprüft | Sega/Treasure


Shinigami-Fight online

Bleach zieht gerade durch Japan, der Anime ist für Amerika lizensiert und der erste Band des Mangas ist in Deutschland erschienen. Die Story von Bleach DS greift jedoch im fortgeschrittenen Manga ein. SPOILER!!! Ichigo Kurosaki kann Geister sehen. Eines Tages trifft er Rukia Kuchiki, ein Shinigami (Todesengel). Als diese in einem Kampf gegen einen Hollow (böser Geist) stark verletzt wird, überträgt sie ihre Kräfte auf Ichigo, der von da an Rukias Job erledigt. Eines Tages jedoch wird sie von Renji Abarai und Byakuya Kuchiki entführt. Ichigo folgt den beiden zusammen mit seinen Freunden Orihime Inoue, Uryu Ishida und Yasutora Sado in die Soul Society, wo Rukia gefangen gehalten wird. Doch die Zeit ist knapp, denn Rukia soll hingerichtet werden. SPOILER ENDE

Im Story-Modus von Bleach DS wird die eben genannte Story weiter erzählt. Dabei erwarten euch satte 23 Handlungsstränge, von denen allerdings nur der erste (Ichigos) und die letzte (Zusammenfassung) wirklich umfangreich sind. Ihr klickt euch durch Zwischensequenzen in Standbildern, in die die Figuren eingeblendet werden. Meistens ist auf dem oberen Screen das Bild und auf dem unteren der dazugehörige Text. Habt ihr eine Textpassage hinter euch gebracht, kommt es zum Kampf.

Im Generalfall stehen zwei Kämpfer in der Arena, manchmal aber auch drei oder sogar vier. Auf dem oberen Screen findet der Kampf statt, auf dem unteren werden die Reifu ("Seelenkarten") und Spezialangriffe eingeblendet. Das Schlachtfeld besteht aus zwei Reihen, einer hinteren und einer vorderen. Zwischen diesen beiden Reihen kann man mit der L-Taste hin- und herspringen, sofern man mindestens ein drittel des Reiryoku ("Geisteskraft") -Balkens gefüllt hat. Dieser befindet sich am unteren rechten bzw. linken Rand des Topscreens. Im Kampf geht es (logischerweise) darum, eurem Gegner auszuknocken. Bei Standart-Einstellungen findet das in einem Death-Match statt, das bedeutet, es gibt nur eine Runde pro Kampf. Derjenige, dessen Seelen-Balken (also Lebensenergie) zuerst zuneige geht, hat verloren. Wer will, kann auch einen Kampf erst nach mehreren Runden enden lassen. Da aber die Kämpfer allesamt einiges Wegstecken könnt, dauert auch schon das normale Death-Match so einige Zeit. Für erfolgreiche Angriffe oder eingesteckte Treffer erhöht sich eure Reitatsu ("Geistesspannung") -Leiste. Ist die Gefüllt, wird der Reitatsu-Zähler neben dem Balken um einen Punkt erhöht. Mit diesen Reitatsu-Punkten, wovon ihr maximal drei Lagern könnt, löst ihr über diverse Tastenkombinationen (wie "vorne, unten, vorne, unten, beliebiger Angriff") Spezialattacken aus. Diese sehen zwar je nach Charakter unterschiedlich aus und unterscheiden sich auch vom ausgeteiltem Schaden, im Prinzip gibt es aber nur eine Hand voll dieser Tastenkombinationen, die bei allen Charakteren funktionieren (obiges Beispiel funktioniert ausnahmslos mit jedem Charakter). So bleibt euch zumindest das Auswendiglernen der verschiedenen Tastenkombinationen der Charaktere erspart. Könnt ihr sie bei einem, könnt ihr sie bei nahezu allen Charakteren auslösen. Im Kampf schlagt ihr mit Y (leichter Angriff), X (mittlerer Angriff) und A (schwerer Angriff) zu, mit B nutzt ihr den "Flash Step", um euch schnell auf dem Schlachtfeld zu bewegen. Das kostet pro Benutzung ein drittel der Reiryoku-Leiste. Mit der R-Taste reduziert ihr den Schaden, den ihr einstecken solltet, auf ein Minimum.

Auf dem Touchscreen könnt ihr, wie oben schon angesprochen, Reifu einsetzen. Dazu müsst ihr die auf dem Touchscreen eingeblendeten Reifu einfach berühren. Ihr habt (außer, wenn euer Deck leer ist) immer Zugriff auf bis zu zwei Reifu. Damit könnt ihr euren Seelen-Balken wieder auffüllen, eure Angriffskraft erhöhen, die Verteidigungskraft des Gegners senken, euch unsichtbar machen und noch vieles mehr, je nach Reifu. Alternativ könnt ihr auch die Spezialangriffe über den Touchscreen aktivieren. Dazu tippt ihr einmal auf "Change" und schon seht ihr sämtliche Spezialangriffe des Kämpfers eingeblendet. Einmal drauftippen und schon setzt euer Recke sie ein.

Neben dem Story-Modus erwartet euch noch der Arcade-Modus, ein Versus-Modus, Time Attack, Survival und Challenge. Bei letzterem müsst ihr bestimmte Combos ausführen. Der Versus-Modus kann mit bis zu drei Mitspielern gespielt werden, sogar mit nur einer DS-Karte und in vollem Umfang. Allerdings müsst ihr dann unmenschliche Ladezeiten in Kauf nehmen. Darüber hinaus steht noch ein Online-Modus zur Verfügung. Zum Zeitpunkt dieses Tests ruckelte dieser aber gewaltig.

Die Grafik ist sehr gut gelungen. Treasure vesrsteht es, ein Effektfeuerwerk auf dem Screen loszulassen. Leider wirken die Explosionen teilweise recht pixelig, eher so auf GBA-Niveau. Euch erwartet aber im großen und ganzen 2D-Prügelspielgrafik, wie man sie kennt. Der Sound dagegen ist ganz nett geraten, wirklich überzeugend wirkt er aber nicht so ganz, abgesehen vom Titellied des Spiels. Der Touchscreen wird hauptsächlich für Menü-Arbeiten und Reifu bzw. Spezialangriffe gebraucht, der zweite Bildschirm ist eher mäßig eingebunden. Das Mikrofon wird nicht unterstützt.

Fazit: "Bleach DS: Souten Ni Kakeru Unmei" kann, anders als das GameCube-Spiel "Tasogare Ni Mamieru Shinigami", voll überzeugen. Zumindest die Fans des Mangas und Animes. Für ein vollwertiges Beat 'em Up reicht es nämlich immer noch nicht. Es gibt immer noch relativ wenig Kombos pro Charakter, oftmals reicht bloßes Button-Mashing aus. Allerdings kann Bleach DS dafür in Sachen Story-Umfang und Spielgeschwindigkeit punkten. Mir persönlich hat mein Ausflug in die Welt der Shinigami sehr viel Spaß gemacht.

Meine Wertung: 79%

Bleach GC: Tasogare Ni Mamieru Shinigami

GameCube | USK: noch nicht geprüft | Sega


Shinigami in da house!
Mal ein kruzer Abriss der Story des Bleach-Mangas: SPOILER!! Ichigo Kurosaki ist in der Lage, Geister zu sehen. Eines Tages trifft er Rukia Kuchiki, eine sogenannte Shinigami (Totengöttin). Im Kampf gegen einen Hollow, also einen bösen Geist, wird Rukia dermaßen stark verletzt, dass sie ihre Kräfte auf Ichigo übertragen muss. Eine Zeit lang erledigt er diverse Aufträge für Rukia, bis diese von Renji Abarai und Byakuya Kuchiki gefangen genommen wird. Ichigo will sie nun retten. Dazu reist er mit seinen Kameraden Orihime Inoue, Uryu Ishida und Yasutora Sado zur Soul Society, wo Rukia gefangen gehalten wird. SPOILER ENDE In Szenario-Modus von Tasogare Ni Mamieru Shinigami erlebt ihr in drei Szenarien die Geschehnisse des Mangas (natürlich etwas abgewandelt) aus drei Sichtweisen. Einmal aus der Sicht von Ichigo, dann einmal aus der Sicht von Renji und zu guuter letzt aus der Sicht von Byakuya. Der Szenario-Modus erwartet euch mit viel (japanischem) Text in ca. 30 Acts. In jedem Akt habt ihr einen Kapmf zu bestehen. Allerdings empfiehlt sich vor dem Genuss des Szenario-Modus der Tutorial-Modus, denn Bleach GC ist kein allzu konventionelles Beat'em Up. Mit A und X schlagt ihr zu und B benutzt ihr zum Blocken. Weitere Techniken erfordern einen gut gefüllten Spirit-Balken, den ihr entweder durch erfolgreiche Angriffe oder mit gedrückt gehaltener L- und R-Taste aufladet. So könnt ihr mit R+A bzw. R+X kleinere Spezialtechniken auslösen, bei gedrück gehaltener R-Taste mit Analogstickbewegungen ausweichen, mit Y den Gegner verlangsamen und mit R+Y die richtig gewaltigen Spezialangriffe auslösen. Letzere werden in einer kurzen Zwischensequenz ausgeführt, die sich leider nicht überspringen lässt und schon nach kurzer Zeit auf die Nerven geht. Leider steuert sich das Spiel recht bockig und so richtig schnell ist es auch nicht. Nur, wenn man eine der vier Kombos pro Charakter ausführt, wird das Kampfgeschehen wenigstens etwas schneller. Habt ihr euch dann durch den Szenario-Modus durchgehackt, könnt ihr euch noch in Single-Mode oder dem 13 Bansyoubu-Mode versuchen. Beide unterscheiden sich nur duch die Anzahl an zu bestehenden Kämpfen voneinander. Ein Zwei-Spieler-Modus ist ebenfalls mit von der Partie und wenn man mit jemanden spielt, der das Spiel genau so gut kann, wie man selbst, dann macht es sogar richtig Spaß. Die Grafik ist im typischen Cel-Shading gehalten, leider wirken die Arenen aber etwas trist. Und ein paar Effekte mehr hätten auch schon sein dürfen. Der Sound ist nicht schlecht. Die Synchonisation in den Zwischensequenzen ist (soweit ich das beurteilen kann) recht gelungen und die Musik ist auch ganz gut geworden.
Fazit: Bleach GC: Tasogare Ni Maimieru Shinigami (was für ein Name!) ist ein ganz nettes Beat'em Up, das leider noch einige Mängel aufweist. Es scheint mir fast so, als sei das Spiel auf Kombos ausgelegt worden, aber Sega wollte es für die Manga-Fans bewusst einfach halten. Was dabei rausgekommen ist, sieht man ja: Die Kämpfe laufen größtenteils recht unspektakulär ab. Wer also ein Bleach-Beat'em Up haben möchte, greift am Besten zu Bleach DS: Souten Ni Kakeru Unmei. Eigentlich gleicht Bleach GC ja einem anderen Cube-Beat'em Up, dessen erster Teil unter aller Kanone war, aber es im zweiten Teil schaffte, sämtliche Mängel auszugleichen. Dieses Beat'em Up war Naruto: Gekitou Ninja Taisen.
Meine Wertung: 76%

Another Code: Doppelte Erinnerung

Nintendo DS | USK: ab 6 Jahren | Nintendo


Was ist das "Another"?
Mit Another Code scheint Nintendo endeckt zu haben, dass PC-nahe Genres wie etwa (Point and Click-)Adventures wunderbar auf den DS umsetzbar sind. Das Spiel ist nämlich ein solches.Ihr spielt die 13-jährige Ashley Robins, die kurz vor ihrem 14. Geburtstag einen Brief von ihrem Vater erhält. Dem Brief liegt ein kleines Gerät bei, das einem DS nicht unähnlich sieht. Mit diesem sogenannten DAS (Duales Another System) kann man im Spiel Fotos schießen, Speicherkarten lesen und speichern. Ashleys Vater lädt sie in seinem Brief auf die Blood Edward Insel ein, wo er ihren Geburtstag feiern möchte. Klingt jetzt nicht so spannend. Allerdings wuchs Ashley bei ihrer Tante Jessica auf und glaubte, ihre Eltern seinen schon vor langer Zeit gestorben. Deswegen macht sich Ashley auch zu besagter Insel auf. Zusammen mit Jessica kommt sie auf der Insel an. Und da Ashleys Vater sich nicht blicken lässt, macht sich erst Jessica und dann auch Ashley auf die Suche. Soviel zur Story. Ihr durchstreift im ersten Kapitel die Ländereien der Insel und in den letzten fünf das Blood Edward-Anwesen auf der Insel. Aber seid ihr dabei nicht auf euch allein gestellt: Schon sehr früh trefft ihr den Geist D. Dieser wiederum ist auf der Suche nach seinen Erinnerungen. In den eher seltenen Gesprächen des Spiels habt ihr jeweils maximal vier Themen zur Auswahl, auf die ihr euer Gegenüber ansprechen könnt. Viel mehr Wert wurde auf die Rätsel gelegt, die größtenteils wie Minispiele aufgebaut sind und die Features des DS wunderbar ausnutzen. An einer Stelle müsst ihr einen Zettel zusammensetzen, Anderorts gilt es, eine Eisenkugel auf einen Hebel zu werfen. Durch diese Art der Ineraktion werdet ihr förmlich ins Abenteuer hineingezogen. Leider sind alle Rätsel relativ simpel gestaltet und laufen über die Logikschiene. Endloses Kombinieren von Gegenständen im Inventar entfällt. Überhaupt müsst ihr im Inventar gar nichts Kombinieren. Bis auf zwei Ausnahmen sind auch alle Gegenstände in den Räumen der Kapitel zu finden, folglich nicht weit weg. Die Steuerung ist tadellos: Das Spiel lässt sich komplett über den Touchscreen spielen. Die zwei Screens werden auch gut genutzt. Auf dem unteren seht ihr 3-D-Grafiken aus der Vogelperspektive, auf dem oberen Bildschirm könnt ihr Standbildern Details entnehmen. Das Mikrofon wird zwar benutz, aber leider nur drei mal im Spiel. Und überall muss man nur in Mikro pusten. Der Sound ist ordentlich: Die Musikstücke gehen ins Ohr und die Geräuschkulisse ist realistisch. Leider weist das Spiel einige Kritikpunkte auf, allen voran der Umfang: Geübte Abenteurer sind nach rund 5 Stunden fertig. Bestenfalls reizt das Spiel noch zu einer zweiten Runde oder man versucht, wirklich alle Rätsel zu lösen und geheime Karten zu finden. Dann ist aber auch Schluss. Kritikpunkt Nr. 2: Die Rätsel. Innovation hin oder her, die Rätsel sind allesamt zu leicht. Trotzdem ist Another Code ein schönes Spiel.
Fazit: Another Code hat alles Wichtige: Atmosphäre, spannende Story, viele Rätsel. Leider trüben Schwierigkeitsgrad und Umfang den Gesamteindruck. Wenn Leute, die Monkey Island, Black Mirror oder Runaway zum Frühstück verspeisen, nach knapp fünf Stunden und Anfänger vielleicht nach 10 Stunden fertig sind, ist das irgendwie blöd. Dafür gefallen aber Steuerung, Story und Nutzung der DS-Features. Also, Nintendo: Ich will einen Nachfolger mit mehr Umfang sehen!
Meine Wertung: 84%